Gut sechs Monate ist es her, dass Westfalia Wethmar im Derby gegen BW Alstedde triumphierte. © Timo Janisch

Das Derby wird nicht vergessen: „Ich kann den Jungs die Zeitung gerne vorbeibringen“

BW Alstedde streicht die Derby-Pleite mit der Saison-Annullierung aus dem Gedächtnis – das will Westfalia Wethmar verhindern. Die Beteiligten erinnern sich an ihr bislang letztes Fußballspiel.

Rückblickend wirkt es fast irreal. Vor sechs Monaten bestritten BW Alstedde und Westfalia Wethmar ihr letztes Saisonspiel: Die Westfalia gewann das Derby damals mit 3:1 – vor über 400 Zuschauern. Seitdem ruht der Ball, die Saison ist mittlerweile annulliert und damit verschwindet auch dieses Spiel aus den Aufzeichnungen. Damit kann sich Alstedde-Kapitän Björn Kadlubowski gut anfreunden, Florian Fischer, Kapitän Wethmars, weiß hingegen, wie er das verhindern kann.

„Das stimmt schon: Mit der Annullierung hat auch das Derby nicht stattgefunden, offiziell zählt die Niederlage also nicht“, sagt Kadlubowski lachend. Der 29-Jährige erwischte mit Alstedde damals schließlich einen schwarzen Tag, Wethmar gewann das Prestige-Duell hochverdient mit 3:1. Auch deshalb fällt das Vergessen nicht ganz so leicht: „Das hat man schon im Hinterkopf, wenn das nächste Derby irgendwann ansteht. So eine leichte Enttäuschung ist auch jetzt noch da.“

Björn Kadlubowski beeindruckt Tim Gehrmann mit seiner Schnelligkeit, seinem Körper und Stellungsspiel.
Björn Kadlubowski beeindruckt Tim Gehrmann mit seiner Schnelligkeit, seinem Körper und Stellungsspiel. © Timo Janisch © Timo Janisch

Florian Fischer hat den 10. Oktober 2020 hingegen in bester Erinnerung und ist bereit, den Blau-Weißen eine kleine Gedächtnisstütze zu geben. „Ich kann den Jungs von Alstedde gerne die Zeitung vom 12. Oktober vorbeibringen, dann können sie nochmal nachlesen, was da passiert ist“, sagt der Torwart der Westfalia und lacht.

Er jedenfalls erinnert sich noch sehr genau an das Spiel, in dem seine Mannschaft den Gegner über weite Strecken dominierte: „Ich hätte mir da auch Kaffee und Kuchen gönnen können. Meine Jungs haben da gearbeitet wie die Löwen und mir ein einfaches Spiel geschenkt.“

So uneinig sich die beiden Kapitäne bezüglich des Werts des letzten Derbys sind, bei der Betrachtung der damaligen Umstände deckt sich die Meinung. „Das fühlt sich unendlich weit weg an, dass wir vor über 400 Zuschauern gespielt haben“, gibt Fischer zu, „aber für genau solche Spiele leben wir Amateure“.

„Das ist erschreckend, wie lange das nun schon her ist“, stellt Kadlubowski fest, „aber das war ein absolutes Highlight. Das Resultat war zwar nicht so toll, aber dass wir vor so vielen Zuschauern und bei so einer Stimmung gespielt haben – das war schon ein Traum.“

Florian Fischer erlebte einen ruhigen Tag im Derby vor sechs Monaten.
Florian Fischer erlebte einen ruhigen Tag im Derby vor sechs Monaten. © Timo Janisch © Timo Janisch

Und ausnahmsweise spricht Kadlubowski dem Gegner sogar ein Lob aus: „Man muss die Wethmar-Fans hervorheben. Die haben an dem Tag richtig Randale und viel Radau gemacht, ihre Spieler damit gepusht und damit waren sie auch ein Faktor für den Derbysieg.“

Auch Fischer weiß das Geschehen trotz des deutlichen Siegs gut einzuordnen: „Man muss auch anerkennen, dass Alstedde eine entsprechende Qualität hat und wir da nicht hinfahren und mal eben gewinnen können. Das war schon richtig harte Arbeit.“

So blicken beide voller Vorfreude auf das nächste Aufeinandertreffen – denn Fußball fehlt. „Wir sind zwar Amateure, lieben den Sport aber genauso wie die Profis, vielleicht sogar manchmal mehr“, stellt Kadlubowski fest.

„Ich freue mich total auf die nächste Saison“, sagt Fischer, der sich bereits darauf vorbereitet: „Ich schiebe meinen zwei Jahre alten Sohn die Berge in Langern rauf und runter.“ Er will gewappnet sein, wenn es wieder heißt: Bezirksliga-Derby, Blau-Weiß Alstedde gegen Westfalia Wethmar. Denn, so stellt Fischer klar: „Auf diese Spiele freut man sich wie ein kleines Kind.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
Zur Autorenseite
Avatar