Gutscheine für die FFP2-Masken erhalten nicht nur Seniorinnen und Senioren. © picture alliance/dpa
Masken-Coupons

Coupons für FFP2-Masken: Warum auch junge Lüner Post bekommen

Personen über 60 und Menschen mit hohem Risiko erhalten von der Regierung Coupons für FFP2-Masken. Auch junge Leute bekommen Post. Eine AOK-Sprecherin erklärt, warum das kein Versehen ist.

Seit Mitte Januar erhalten Lünerinnen und Lüner über 60 und die, die zur Corona-Risikogruppe zählen, zwei Gutscheine von der Regierung. Pro Gutschein können sechs Schutzmasken mit einer Eigenbeteiligung von zwei Euro erworben werden. Bis zum 28. Februar beziehungsweise zwischen dem 16. Februar und dem 15. April – also in den beiden Phasen, in denen die Coupons einlösbar sind – ist das möglich. Doch auch Personen, die auf den ersten Blick nicht zur Risikogruppe gehören, haben die fälschungssicheren Coupons der Bundesdruckerei erhalten.

Wie das zustande kommt, weiß Andrea Elsenplässer, Sprecherin der AOK Nordwest: „Zum Versand der Coupons hat das Bundesgesundheitsministerium die Vorgabe erlassen, dass die berechtigten Personengruppen nach einer vorgegebenen Reihenfolge zu versorgen sind.“ Das betrifft zunächst Leute, die das 75. Lebensjahr vollendet haben, dann Leute über 70 und die Personen, bei denen eine in der Verordnung genannte Erkrankung oder ein genannter Risikofaktor vorliegt. Zuletzt schließlich Leute über 60.

Risikofaktor nicht auf Alter beschränkt

Aber: Eine in der Verordnung genannte Erkrankung oder ein genannter Risikofaktor ist nicht auf das Alter beschränkt. Ausschlaggebend seien die Erkrankungen selbst. Diese umfassen laut Elsenplässer rund 1.000 Diagnosen (inklusive Untergruppen usw.). „Sobald eine ärztliche Leistung für eine dieser Diagnosen abgerechnet wurde, erhält der Betroffene – unabhängig von seinem Alter – Gutscheine für die FFP2-Schutzmasken.“

Die Bundesregierung hat manche Jüngere mit Berechtigungsscheinen für Masken überrascht.
Die Bundesregierung hat manche Jüngere mit Berechtigungsscheinen für Masken überrascht. © Bettina Voß © Bettina Voß

Entsprechend sei es möglich, dass Gutscheine auch für Kinder und Jugendliche verschickt werden, wenn bei diesen etwa Asthma bronchiale diagnostiziert wurde. „Es ist möglich, dass den Versicherten die Diagnose vielleicht gar nicht bewusst ist oder dass sich der anfänglich diagnostizierte Verdacht im Verlauf der Untersuchungen nicht bestätigt hat“, führt Elsenplässer weiter aus. Bei der Ermittlung der chronischen Erkrankungen werde der Zeitraum vom dritten Quartal 2019 bis einschließlich zum zweiten Quartal 2020 zugrunde gelegt.

Masken nicht nur für Erkrankte

Weitere Erkrankungen oder Risikofaktoren seien etwa andere Lungenerkrankungen sowie Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes, aktive Krebserkrankungen, stattgefundene Organ- oder Stammzellentransplantationen, Trisomie 21 und Risikoschwangerschaften. Zudem werden auch gesetzlich Betreuende, etwa von Personen mit Trisomie 21 oder mit Pflegestufe, mit den Maskencoupons versorgt, so Dagobert Ullrich, Sprecher der Lüner Apotheken und Inhaber der Bären-Apotheke.

Die AOK Nordwest habe laut Elsenplässer „nach den bundeseinheitlichen Vorgaben mit Stichtag 15.12.2020 selektiert und die entsprechenden Anschreiben vorbereitet.“ Insgesamt erhalten 750.000 Versicherte im Raum in Westfalen-Lippe die Gutscheine.

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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