Mundschutz-Pflicht in Lünen: Das sagen Stadt, Händler und Bürger

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Ab Montag (27. 4.) gilt auch in Lünen die Mundschutz-Pflicht in Einzelhandel und ÖPNV. Um in manche Läden zu kommen, ist die Maske jetzt schon ein Muss. Die Stadt hofft noch auf Details.

Lünen

, 22.04.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Draußen vor der Tür steht ein Aufsteller. Wer die Buchhandlung an der Fußgängerbrücke über die Lippe betreten will, kommt nicht daran vorbei. In schwarzen Lettern steht auf rotem Untergrund: „Verkauf und Beratung im Laden bitte nur mit Schutzmaske.“ Quer darüber geklebt ist noch eine Ergänzung: „Oder Schal.“

Diese Infotafel steht dort seit Montagmorgen (20. 4.): Seitdem die Lippebuchhandlung genauso wie die ersten anderen Geschäfte wieder öffnen durfte: eine Erleichterung für Heidi Vakilzadeh und ihr Team, aber auch eine Herausforderung. Denn wie wichtig Schutz ist - sowohl der der Kundinnen und Kunden als auch der eigene - hatten sie seit dem 18. März erlebt.

Schutz Vor Ansteckung mit Abstand und Acryl

Die Buchhandlung, die seit 40 Jahren an der Münsterstraße in Lünen ansässig ist, hatte mit Beginn der Corona-Krise auf einen Abholservice umgestellt. Buchbestellungen gingen direkt an der Tür über die Ladentheke. „Und da hatte man schon ein mulmiges Gefühl“, sagt die Chefin rückblickend. Um möglichst kontaktlos arbeiten zu können, wurde sie erfinderisch.

Der Käseteller von zu Hause musste als Drehteller für die Bücher und das

Geldkörbchen herhalten. Die längst vergessene Acrylplatte aus dem Keller wurde Spuckschutz. Und Obstkisten dienten als Abstandshalter. „Von Anfang an“, sagt Heidi Vakilzadeh, „haben wir Mundschutz getragen“. Auf den wollte sie auch nicht verzichten, als die Läden wieder öffneten.

Einige Kunden zogen sich den Schal über das Gesicht

Von den ersten sieben Kunden am Montag hatte nur einer einen Mundschutz. - trotz des Aufstellers vor der Tür und trotz der zahlreichen Schilder am Fenster. Das sei eben noch ungewohnt, sagt die Buchhändlerin. Sie habe die Kundinnen und Kunden höflich darauf aufmerksam gemacht. Die Reaktionen seien fast immer positiv gewesen. Einige zogen sich sofort einen Schal über den Mund, andere verließen den Laden und kündigten an, mit Mundschutz wiederkommen zu wollen.

Wenn ab Montag (27. 4.) bundesweit Mundschutz-Pflicht herrscht, gibt es einheitliche Regeln, und einzelne Händler müssen nicht bitten, Masken zu tragen. Nicht nur Heidi Vakilzadeh freut das.

Passanten begrüßen die Mundschutz-Pflicht

Maria Segeht begrüßt es ebenfalls. Die Lünerin ist am Mittwoch mit dem Fahrrad unterwegs. Sie trägt Sonnenbrille und Mundschutz. „Nicht erst seit heute“, sagt sie. Als Mitarbeiterin des Krankenhauses wisse sie, wie wichtig der wechselseitige Scjutz ist. „Ich trage die Maske schon seit Wochen.“

Ibrahim Kurter hat sein Arzt darauf hingewiesen. 2,55 Euro habe die Papiermaske gekostet sagt Kurter: etwas teuer, aber dennoch gut investiertes Geld, wie der Mann aus Fröndenberg meint, der regelmäßig zur Behandlung nach Lünen fährt.

Stadt Lünen wird Mundschutz-Pflicht kontrollieren

Die Stadt Lünen kündigte am Mittwochabend an, dass auch diese neuen Regelungen kontrolliert werden. „Es ist aus Sicht der Stadtverwaltung gut, dass jetzt landesweit Klarheit herrscht. Wir können uns nun bis Montag auf die neue Regelung einstellen“, sagte Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

Als es am Dienstagabend noch keine einheitliche Regelung gab, hatte Spangardt noch ergänzt: „Bei der eventuellen Einführung einer landesweiten Maskenpflicht müsste aus Sicht der Stadt Lünen vor allem geklärt sein, wie der Bevölkerung die entsprechende Anzahl an Masken bereitgestellt bzw. zugänglich gemacht werden kann.“

Auch am Mittwochabend war noch nicht alles zu dieser Thematik geklärt. Verkündet war die Maskenpflicht da zwar schon. „Grundsätzlich erwarten wir aber noch die entsprechenden genauen Ausführungsbestimmungen aus Düsseldorf“, so Spangardt.

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