Coronavirus: Ein Lüner Quarantäne-Tagebuch - Tag 1: „Die Menschen haben Angst vor einem“

dzGesundheitsamt

Coronavirus, das bedeutet für viele Lüner auch Quarantäne. Wie ist das, wenn man abgeschottet lebt? Autorin Marie Hirschberg (19) führt täglich Tagebuch. Tag 1: Der Test beim Gesundheitsamt.

von Marie Hirschberg

Lünen

, 26.03.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schönes Wetter. Warme Temperaturen. Und was mache ich die kommenden 14 Tage? Zuhause bleiben, denn seit Sonntag stehen meine Familie und ich unter häuslicher Quarantäne - es gibt einen Corona-Fall in der Familie. Nicht nur, dass wir bereits eine Woche länger schon im Homeoffice gearbeitet haben. 14 Tage keinen Kontakt zu den Liebsten.

Gerade für mich sehr schwierig, ich bin sehr gern unter Menschen. Lache viel mit meinen Freunden. Auch wenn sie gerade jetzt schon alle angerufen haben und gefragt haben, ob ich schon durchdrehe. Das können sie mich gerne in ein paar Tagen erneut fragen, aktuell lachen wir noch viel und versuchen, aus allem das Beste zu machen.

Marie Hirschberg.

Marie Hirschberg. © Quiring-Lategahn

„Auch wenn man noch nicht bestätigt krank ist, haben die Menschen Angst vor einem.“
Marie Hirschberg

Corona-Test beim Gesundheitsamt

Heute mussten wir den Test auf Covid 19 beim örtlichen Gesundheitsamt machen, wo wir durch einen separaten Eingang ins Gebäude geholt worden. Aber vorher standen wir noch 2-3 Minuten davor und die Blicke der Mitbürger waren beängstigend. Auch wenn man noch nicht bestätigt krank ist, haben die Menschen Angst vor einem. Was mir das erste Mal bewusst gemacht hat, der Virus hat uns alle bereits erreicht. Angst gehört für viele leider schon dazu, auch wenn es einfach wichtiger ist, auf die Hygiene zu achten, was uns auch nochmal das Gesundheitsamt bestätigt hat.

Aber ich führe jetzt nicht nur hier Tagebuch, sondern auch offiziell für die Stadt Lünen. Wir haben Post bekommen und müssen 14 Tage lang notieren, ob sich Symptome entwickeln. Uns geht es gut und wir können noch nicht über Symptome klagen, was auch hoffentlich so bleibt.

Zeit für Kreativität

Ich habe viel Zeit, um mich um mein Studium zu kümmern und endlich mal wieder kreativ zu werden. Neue Geschichten und Theaterstücke purzeln gerade nur so aus meinen Gedanken. Vielleicht wäre es auch eine Idee, ein Stück über eine Familie in Quarantäne zu schreiben? Es hat zum heutigen Tage alles seine guten und schlechten Seiten und wie sich die kommenden Tage entwickeln, werde ich notieren. Vielleicht fallen einem dann noch die außergewöhnlichsten Ideen ein.

Es ist eine schwierige Zeit für alle. Bleiben Sie gesund!

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