Coronavirus belastet Haushalt und Tochtergesellschaften der Stadt Lünen

dzFinanzen

Die Corona-Krise wird die Kommunen auch finanziell hart treffen - das steht schon jetzt fest. Schwierig wird es allerdings, die genauen Ausmaße dieses Schadens zu beziffern.

Lünen

, 22.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bund will die Kommunen mit Milliardensummen stützen, die SPD in Lünen versucht, ein interfraktionelles Bündnis für eine Rettungsschirm-Resolution zu schmieden, und die FDP kündigt schonmal eine Streichliste für Investitionen in der Lippestadt an, um den Haushalt zu entlasten.

Allein, wenn es um konkrete Zahlen geht, heißt es, dass man das „zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht seriös“ schätzen kann. So lautete die Antwort der Stadtverwaltung auf die Frage, wie viel Geld Lünen denn durch die Corona-Krise wohl verlieren werde.

Damit ist auch noch nicht klar, ob am Ende auch die Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel durch höhere Steuern die Last mittragen müssen. In jedem Fall wird der Stadtkonzern einigen Tochterfirmen unter die Arme greifen müssen, bei denen sich die Krise bemerkbar macht.

Lippe Bad erst Ende Juni betriebsbereit

Die Ausnahme bildet hier der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung (SAL), auf den sich die aktuelle Situation laut Betriebsleiterin Daniela Fiege kaum auswirkt: „Das Regenwasser fällt weiter auf die befestigten Flächen (m²) und Schmutzwasser (m³) fällt in jedem Haushalt weiterhin an – somit erhält der SAL auch weiter Gebühren.“

Das Investitionsprogramm sei geringfügig angepasst worden: „Einige Bauprojekte verschieben sich aufgrund der Krise, sodass das Bauvolumen um circa 475.000 Euro geringer als geplant ausfallen wird“, erklärt die Betriebsleiterin.

Etwas anders stellt sich die Situation beim Bäderbetrieb dar. Bekanntlich mussten die Schwimmbäder aufgrund der Corona-Krise ab dem 16. März geschlossen bleiben. Freibäder dürfen ab dem 20. Mai wieder öffnen, Hallenbäder ab dem 30. Mai. Das Freibad Cappenberger See wird den Termin wohl nicht einhalten können, wenn denn überhaupt geöffnet wird, und auch das Lippe Bad wird laut Sprecherin Jasmin Teuteberg erst Ende Juni betriebsbereit sein.

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So lange hat die Bädergesellschaft keinerlei Einnahmen, wobei die Kosten weiterlaufen: „Es ist damit zu rechnen, dass die Gesamtkosten für den Bäderbetrieb von 2,5 Millionen Euro im normalen Jahr deutlich überschritten werden.“ Genaue Angaben könne man erst machen, wenn es einen konkreten Plan für das restliche Jahr gebe, so die Sprecherin.

Stadthafen mit weniger Umsatz

Während die Bädergesellschaft gar keine Einnahmen hat, kann die Stadthafen Lünen GmbH immerhin 50 bis 60 Prozent des normalen Umschlags verbuchen. Natürlich müssen auch hier die Stadtwerke Lünen als direkte Muttergesellschaft die Verluste auffangen: „Zusammenfassend steigen die Kosten- und Aufwendungen deutlich, während die Absatzrückgänge die Erlösseite deutlich belasten“, sagt Jasmin Teuteberg.

Die Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) haben auf unsere Anfrage bisher nicht reagiert.

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