Coronakrise: Stoffmasken für Kinder sind so teuer wie für Erwachsene

dzNeue Regelung

Die Eiskönigin oder Micky Mouse tanzen auf Kinder-Stoffmasken. Wer sechs Jahre alt ist, muss sie ab Montag im Bus oder Laden tragen. Der Mundschutz ist zwar kleiner, der Preis aber nicht.

Lünen

, 25.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schneiderei Erkan an der Königsheide in Brambauer hat sich auf Kinder-Schutzmasken eingestellt. Es gibt 15 verschiedene Motive und Farben. Wer möchte, kann sich auch Batman-Stoff aussuchen. Bisher seien die Masken eher von Erwachsenen nachgefragt worden. Höchstens zehn Prozent habe man für Kinder abgegeben, sagt Erkan Temizkanoglu. Egal welche Größe, jede Maske kostet bei ihm 6 Euro. Der Stoff sei waschbar bei 60 Grad.

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Im Stoffrausch an der Cappenberger Straße 5 hat Susanne Gehrmann zurzeit alle Hände voll zu tun. Gerade Mundschutz für Kinder werde riesig nachgefragt. Eine ganze Schule habe geordert, berichtet sie. Auch hier sind die Motive auf Kinder abgestimmt: Die Eiskönigin, Tiere, Federn oder Blumen können die Mädchen und Jungen über Mund und Nase tragen. Nicht nur für Sechsjährige, auch für jüngere Kinder würde nach Stoffmasken gefragt. „Die Geschwister wollen das dann auch. Das müssen die Eltern selbst entscheiden“, sagt Susanne Gehrmann.

8 Euro kosten die Masken im Stoffrausch, egal welche Größe. „Die kleinen Masken haben zwar fünf Zentimeter weniger Stoff, die Arbeit ist aber die gleiche“, erklärt Susanne Gehrmann.

In Apotheke keine kleinen Größen

Das sagt auch Alessia Wolter, die in der Reinigung im Lippezentrum Stoffmasken für 5 Euro anbietet. Bisher sei die Nachfrage nach Kindergrößen noch nicht so hoch. In der Altstadt-Apotheke habe noch niemand nach speziellen Kindergrößen gefragt, heißt es. Die seien auch gar nicht vorrätig. Auch bei zwei Großhändlern seien kleine Mund-Nasen-Masken nicht zu bekommen, teilt eine Mitarbeiterin mit.

„Masken sind mein geringstes Problem“

Für Anja Vogel, Mutter von drei Kindern im Alter von 7,10 und 13 Jahren, ist die Pflicht zur Mund-Nasen-Maske eher „das geringste Problem, das ich zurzeit habe“. Ihre Kinder würden das gut verstehen und eigentlich nicht einkaufen gehen oder Bus fahren. „Wir haben selbst genähte Stoffmasken, und dann machen wir das eben“, sagt sie ganz pragmatsich.

Tanja Vogel kann es sich eher für jüngere Kinder beängstigend vorstellen, wenn alle Erwachsenen nur noch mit Gesichtsschutz durch die Gegend laufen. Sie beschäftigt allerdings momentan eher, wie sie Homeschooling mit drei Kindern, Arbeit und Haushalt „gewuppt“ bekommt. Da sei das Thema Mund-Nasen-Schutz doch eher unbedeutend. „Es wäre schöner, man bräuchte ihn nicht. Aber jetzt ist es eben so.“

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