Mehr Tische: Lünen will Gastronomie in der Corona-Krise helfen

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Die Stadtverwaltung will den Gastronomen in Lünen in der Corona-Krise unter die Arme greifen. Nachdem die Restaurants seit Montag wieder öffnen dürfen, gibt es nun eine weitere Erleichterung.

Lünen

, 15.05.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montag (11.5.) ist es Restaurants wieder erlaubt, Gäste zu empfangen. Zuvor mussten sie entweder schließen oder sich mit Lieferservices über Wasser halten. In beiden Fällen sorgte das fast überall für erhebliche Einbußen bis hin zu existenzbedrohenden Situationen.

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Entsprechend erleichtert war die Gastro-Szene, als das Land Nordrhein-Westfalen die Corona-Beschränkungen gelockert hat. Allerdings gelten weiterhin strenge Regeln, neben den Hygienevorschriften muss auch der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Gästen eingehalten werden können. Diese Auflagen führen dazu, dass einige Restaurants auch in Lünen erst gar nicht öffnen, weil ein Betrieb unter diesen Umständen überhaupt nicht wirtschaftlich ist.

Jährlich 50.000 Euro Sondernutzungsgebühren

Das hat auch Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns aus Gesprächen mit Gastronomen erfahren, wie er im Rahmen einer Pressekonferenz des Verwaltungsvorstandes erklärte. Aus diesen Gesprächen habe sich zudem der Wunsch herauskristallisiert, den Gastronomen weitere Hilfe zukommen zu lassen.

Entsprechend habe der Verwaltungsvorstand beschlossen, den Restaurant die sogenannten Sondernutzungsgebühren für das laufende Jahr zu erlassen. Dabei handelt es sich um Gebühren, die Restaurantbetreiber für eine Außengastronomie zahlen - im Jahr kommen auf diese Weise rund 50.000 Euro zusammen.

Gleichzeitig haben Gastronomen so die Chance, ihre Außenflächen zu erweitern und mehr Gäste zu bewirten, ohne dafür zahlen zu müssen. „Dabei muss natürlich sichergestellt sein, dass Bereiche wie die Fußgängerzone weiterhin nutzbar bleiben“, sagt der Bürgermeister. „Jede Erweiterung bedarf nach wie vor einer Genehmigung.“

Möchte also ein Gastronom mehr Tische und Stühle vor die Tür stellen, kommt ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes vorbei und prüft die Situation. Gibt es grünes Licht seitens der Verwaltung, steht der - befristeten - Erweiterung nichts im Wege. „Das ist vielleicht nichts, womit wir am Ende des Tages die Gastronomen retten können“, so Kleine-Frauns. „Aber es ist ein deutliches Zeichen, dass wir sie nicht im Stich lassen.“

Meinungsbild aus der Politik

Auch aus der Politik hatte es zeitgleich Forderungen gegeben, die Sondernutzungsgebühren zu erlassen. Sowohl CDU und SPD hatten am Dienstag beziehungsweise Mittwoch entsprechende Mitteilungen veröffentlicht. Der Bürgermeister will von allen Fraktionen ein Meinungsbild einholen: „Wir brauchen dafür eigentlich keinen Beschluss. Aber sollte sicher herausstellen, dass wir kein deutliches Votum der Fraktionen bekommen, würden wir das Ganze nochmal im Rahmen eines ordentlichen Antrags in die Politik einbringen.“ Kleine-Frauns hofft jedoch, dass dies nicht nötig sein wird.

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