Kevin Schmidt stand mit seinem Knabber-Stübchen bereits im Sommer in der Innenstadt. In der Weihnachtszeit möchte er wieder in Lünen seine Süßwaren verkaufen. © Dennis Görlich (A)
Statt Weihnachtsmarkt

Corona-Krise: Lieferdienste für gebrannte Mandeln in Lünen geplant

Kein Weihnachtsmarkt, aber dennoch weihnachtliche Leckereien: Kevin Schmidt aus Lünen verkauft seine Waren bald im Stadtgebiet. Dazu gibt es einen Lieferservice und Konkurrenz aus Dortmund.

Es war ein hartes Jahr für Mandelbrenner Kevin Schmidt aus Lünen: „Ich bin es gar nicht mehr gewohnt, sesshaft zu sein. Normalerweise ist man acht Monate im Jahr unterwegs. So viel zu Hause zu sein, fühlt sich komisch an. Das ist schwer für die Seele, aber auch fürs Portmonee. Gerade die Weihnachtszeit ist das Hauptgeschäft, da schafft man sich normalerweise einen Puffer bis die nächste Saison beginnt.“

Mit seinem Knabber-Stübchen hätte er eigentlich in diesem Jahr auf 27 Veranstaltungen gestanden. Dann kam Corona und alles fiel ins Wasser. Auch der Lüner Weihnachtsmarkt findet in der üblichen Form nicht statt – dennoch wird Schmidt seine Waren im Dezember in Lünen anbieten. Wo genau, steht noch nicht fest. „Wir warten auf die neuen bundesweiten Regeln und die Entscheidung der Stadt, ob es wie im Sommer vereinzelte Buden in der Innenstadt geben darf“, sagt Schmidt. Stadtsprecher Benedikt Spangardt versicherte auf Anfrage der Redaktion, dass noch in dieser Woche darüber gesprochen werde, wie es rund um Weihnachten in der Innenstadt aussehen soll.

Rewe-Parkplatz ist Plan B

Wenn es keine Buden in der Stadt geben wird, hat Schmidt einen Plan B: Er steht bereits in Kontakt mit einem Lüner Rewe-Markt, auf dessen Parkplatz er voraussichtlich mit seinem Verkaufswagen stehen darf. Anfang des Jahres bot Schmidts Knabber-Stübchen noch einen Hofverkauf an der Dortmunder Straße an – dafür müsste er nun aber sein Reisegewerbe auf ein Standgewerbe ummelden und das bedeutet viel Bürokratie.

„Ich habe während des Hofverkaufs und auch über Facebook viel Resonanz bekommen – immer wieder fragen mich treue Kunden, wo sie mich demnächst finden und wie es mir geht. Das fühlt sich großartig an“, sagt der Mandelbrenner. Auch während der Standzeit in der Innenstadt kamen die Kunden teils aus anderen Städten, um sich mit den Süßwaren einzudecken. Seine Kunden möchte er im Dezember nicht nur am Stand vor Ort versorgen, sondern seine Waren auch nach Ladenschluss oder in der Mittagspause ausliefern.

Kein Corona-Aufschlag auf den Preis

„Neulich hat mich die Kirche angeschrieben, da habe ich 500 Lebkuchen an eine Gemeinde geliefert. Auch Büros machen manchmal Sammelbestellungen, um mich zu unterstützen“, erzählt Schmidt. Das Sortiment bleibe in diesem außergewöhnlichen Jahr wie gehabt: Glühweinbonbons, Zuckerwatte, Popcorn, Lebkuchenherzen, süße Schnüre und Nüsse sind dabei und werden in dieser Saison auch nicht teurer.

Wenn man Schmidt fragt, ob er selber noch von seine Waren nascht oder ob er den Süßkram nach der Saison nicht mehr sehen mag, ist seine Antwort überraschend: „Ich bin Diabetiker, deshalb werde ich meine Waren nicht so schnell leid. Ich probiere einzelne Nüsse, weil jeder Brand etwas anders ist, aber das war´s dann auch. Dafür freut sich mein dreijähriger Sohn immer wieder, wenn ich ihm etwas mitbringe.“

Mandel-Lieferdienst aus Dortmund

Ob noch andere Süßwarenhändler ihre Buden in Lünen aufbauen werden, ist unserer Redaktion noch nicht bekannt. Konkurrenz hat das Knabber-Stübchen auf jeden Fall im Liefer-Bereich: Die bekannte Schausteller-Familie Arens aus Dortmund bietet einen Lieferservice im Umkreis von 10 Kilometern an – das schließt Lünen in großen Teilen mit ein.

Zwischen 12 und 22 Uhr können die Waren bestellt werden. Unter dem Namen „Lieferclaus“ (https://liefer-claus.jimdosite.com/) bietet Arens Glühwein, Mandeln und Schokofrüchte an – nach Lünen beträgt der Mindestbestellwert 30 Euro, Brambauer ist laut der Karte auf der Facebookseite ab 15 Euro dabei.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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