In Lünen ist der BAK-Sicherheitsdienst täglich im gesamten Stadtgebet unterwegs, um die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren. © Blandowski
Sicherheit

Corona-Kontrollen in Lünen: Sind Sicherheitsdienste gefragter denn je?

Ob sich die Lüner an die Corona-Regeln halten, kontrolliert neben Ordnungsamt und Polizei auch ein privater Sicherheitsdienst. Ob die Pandemie für goldene Zeiten sorgt, erklärt der Chef von BAK.

Stetig gibt es neue Regeln, um die Verbreitung des Coronavirus zu stoppen. Sie werden gelockert und wieder verschärft. Wer hat noch den Überblick? Um für die Kontrolle der Einhaltung dieser Regeln zu sorgen, setzen viele Kommunen längst auf zusätzliche Hilfe von privaten Sicherheitsdienstleistern – auch in Lünen.

Das Security-Personal in den schwarzen Jacken mit dem gelben Logo „BAK-Sicherheitsdienst“ patrouilliert täglich durch Lünen und gehört mittlerweile zum Stadtbild dazu. Die Frage drängt sich auf: Sind externe Sicherheitsdienstleister in der Corona-Krise gefragter denn je?

Bedarf steigt seit Jahren

„Die Aufträge sind innerhalb der letzten Jahre kontinuierlich gestiegen“, sagt Heiko Havers, Geschäftsführer der BAK-Sicherheitsdienstleistungs-GmbH aus Werne. Seine 85 Mitarbeiter sind nicht nur im gesamten Stadtgebiet Lünen unterwegs, sondern auch NRW-weit im Einsatz. Das Sicherheitsbedürfnis steige und auch immer mehr Privatpersonen gehören neben Unternehmen und öffentlichen Trägern zum Kundenstamm dazu.

NRW-weit ist der BAK-Sicherheitsdienst von Heiko Havers im Einsatz.
NRW-weit ist der BAK-Sicherheitsdienst von Heiko Havers im Einsatz. © BAK-Sicherheitsdienst © BAK-Sicherheitsdienst

Dieser Trend lässt sich in NRW auch anhand der vom statistischen Landesamt für Information und Technik veröffentlichen Zahlen erkennen: Von 2009 bis 2019 steigerte sich der Umsatz im Sicherheitsbereich um 63,6 Prozent.

Einen sprunghaften Anstieg des Umsatzes seit Pandemiebeginn im Jahr 2020 gibt es laut Havers durch die neu dazu gekommenen Kontrollen der Corona-Regeln aber nicht. Es finde schlicht eine Verschiebung der Bereiche statt, da der Veranstaltungsschutz komplett wegfalle.

Die Rückgänge im Jahr 2020 seien durch die Pandemie-Aufgaben zu kompensieren gewesen, sagt der BAK-Chef. NRW-Umsatzzahlen für das Jahr 2020 zum Vergleich gibt es aber noch nicht, da das statistische Bundesamt die nur alle zwei Jahre liefert.

126.000 Euro für Sicherheitsdienstleistungen in 2020

In der Auftragsvergabe der Stadt Lünen spiegelt sich das aber wider: Seit vielen Jahren setze man auf zusätzliches Personal von externen Sicherheitsdiensten etwa bei Veranstaltungen wie der Lünschen Mess, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage. Wie viele andere Veranstaltungen wurde auch sie 2020 abgesagt.

Während der Pandemie greife die Stadt vor allem auf den Sicherheitsdienst zurück, um die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren. Mindestens ein Team aus zwei Personen sei täglich im Stadtgebiet unterwegs. Am Wochenende komme regelmäßig ein weiteres Team hinzu. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben der Stadt laut Spangardt für Sicherheitsdienstleistungen im Jahr 2020 auf 126.000 Euro.

Wenn die Corona-Kontrollen nicht mehr notwendig sind, rechnet BAK-Chef Havers damit, dass „nach ein bis zwei Quartalen wieder normaler Alltag einkehren wird.“

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken
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