Um Positionen in Aufsichtsräten der Stadtwerke und ihrer Töchter ging es in der Ratssitzung im Oktober. © Michael Schnitzler (A)
Energiekosten

CO2-Steuer und EEG-Umlage: Stadtwerke Lünen zufrieden mit der Preisstrategie

Einige Versorger erhöhen 2021 die Gaspreise. Begründet wird das vor allem mit der neuen Kohlendioxid-Steuer. Die Stadtwerke Lünen halten den Gaspreis stabil - den Strompreis allerdings auch.

Ab dem 1. Januar 2021 werden für jede ausgestoßene Tonne Kohlendioxid 25 Euro fällig – diese so genannte CO2-Steuer geben einige Gasversorger direkt an die Kunden weiter. Laut dem Vergleichsportal Verivox erhöhen 18 von 140 Grundversorgern in NRW ihre Preise im Durchschnitt um 6,8 Prozent. Betroffen seien davon 1,36 Millionen Haushalte.

Für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden wären das etwa 120 Euro mehr im Jahr. Eine Rechnung, die die Kunden der Stadtwerke Lünen nicht aufmachen müssen – wie berichtet wird das Lüner Unternehmen die Gaspreise stabil halten. Das sei möglich, weil die Stadtwerke laut Geschäftsführer Dr. Achim Grunenberg eine „vorausschauende Beschaffungsstrategie“ verfolgen würden. Auf Nachfrage konkretisiert Pressesprecherin Jasmin Teuteberg: „Wir beobachten die Entwicklungen am Energiemarkt sehr intensiv und reagieren bei positiven Entwicklungen an den Börsen entsprechend unserer Strategie.“

Heißt: Wenn das Gas günstig ist, wird mehr eingekauft – auch wenn die Kunden gerade gar nicht so viel verbrauchen. Dabei haben die Stadtwerke einen Vorteil: „Beim Erdgas halten wir eine Beteiligung am Trianel Gasspeicher Epe GmbH & Co. KG und nutzen diese Speichertechnik selbstverständlich zur Beschaffungsoptimierung“, so die Sprecherin.

EEG-Umlage wird durch hohe Kosten kompensiert

Im Fall der Strompreise sah es 2020 etwas anders aus. Zum 1. April hin hatten die Stadtwerke die Preise erhöht, trotz sinkender EEG-Umlage. Auch 2021 wird diese Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz weiter fallen, die Stromkunden werden davon jedoch zumindest in Lünen nichts mitbekommen: Andere Umlagepositionen wie die Kraft-Wärme-Kopplung oder die Entgelte für die Nutzung des Stromnetzes würden nämlich steigen. „Somit zeigt sich in Summe nur eine minimale Veränderung der Gesamtabgaben für den Bereich Strom“, sagt Jasmin Teuteberg.

Grundsätzlich seien die Umlagenveränderungen in Gänze zu betrachten, darunter spielten neben den Beschaffungskosten auch Faktoren der Marktentwicklungen eine kalkulatorische Rolle, so die Sprecherin weiter. Und so schlecht seien die Kunden der Stadtwerke Lünen in den vergangenen Jahren dann auch nicht gefahren: „Unsere Strategie hat uns in der jüngeren Vergangenheit erlaubt, Strompreise teils über 6 Jahre (2013-2018) und Erdgaspreise sogar über 8 Jahre (2011-2018) hinweg stabil zu halten, teilweise waren sogar Preissenkungen möglich.“

Und eine gute Nachricht für Stadtwerke-Kunden gibt es von der Sprecherin auch noch: „Für das kommende Jahr erwarten wir zum aktuellen Zeitpunkt keine weiteren Veränderungen hinsichtlich einer Preissteigerung.“

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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