Christian Marek möchte den Trial-Sport in Lünen populär machen

LÜNEN Für die meisten ist ein Fahrrad schlicht ein einfaches Fortbewegungsmittel. Nicht so für Christian Marek, der mit seinem Fahrrad spektakulär Hindernisse überwindet. Marek hat sich dem Trial-Sport verschrieben.

von Von Helmut Holz

, 07.07.2008, 14:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der so genannte "Reifenknutscher" mit Christian Marek (rechts) und seinem Sport-Kollegen Alex Vertgewall.

Der so genannte "Reifenknutscher" mit Christian Marek (rechts) und seinem Sport-Kollegen Alex Vertgewall.

„Trial ist Akrobatik und ein Trendsport, dessen Bekanntheit noch viel zu gering ist“, betont der 25-jährige Mathematik-Student und fügt hinzu: „Ich habe oft den Eindruck, dass sich viele Jugendliche diesen Sport nicht zutrauen.“ Das haben ihm schon viele gesagt, die ihn beim Training im Horstmarer Seepark, an der Treppe vor dem Kino Cineworld oder an der Wasserfontäne vor dem Rathaus staunend beobachtet hatten.

Trial ist kein gefährlicher Sport

Obwohl viele seiner Kunststücke spektakulär aussehen, ist Trial nach Christians Worten keineswegs ein gefährlicher Sport. „Da alles im Schritttempo abläuft und man sich nur auf sich, das Rad und das Hindernis konzentrieren muss, sind schwere Stürze ausgeschlossen.“ Und für den Fall, dass es dennoch einmal brenzlig werden sollte, hat Christian einen ganz simplen Tipp: „Dann kann man einfach abspringen!“

Der Weg zu seinem Sport war für Christian Marek ein ziemlich langer. „Obwohl ich schon als Jugendlicher auf Trial aufmerksam geworden war, habe ich damals keine Informationen darüber gefunden“, sagt er. Suchmaschinen im Internet halfen ihm später weiter. Trotzdem dauerte es noch einige Zeit, bis er sich ein Mountainbike-Trial leisten konnte, denn ein neues Modell kostet über 1000 Euro. Jetzt ist er nicht nur oft auf dem Rad, sondern auch im Keller am Computer. Denn auf seiner Internetseite wirbt er auf Videos von vielen Veranstaltungen für den Trial-Sport.

Motivation für das Studium

„Ich bin froh, dass ich diesen Sport gefunden habe. Er motiviert mich für das Studium und die Arbeit und bietet mir eine Herausforderung, bei welcher der Spaß vor den Leistungserwartungen steht!“ Dieser Satz Christians kommt quasi einer Liebeserklärung gleich. Trotzdem aber gibt es für ihn neben dem Spaß auch ein sportliches Ziel. „Ich möchte bald an einem Turnier teilnehmen“, hat er sich für den Spätsommer oder Herbst vorgenommen. Dieses Ziel ist die Hobbyklasse der Norddeutschen Meisterschaft. Da Wettkämpfe nur auf einem Vereinsgelände ausgetragen werden, müsste er dafür wahrscheinlich nach Werl oder Stadtlohn fahren, weil dort die nächstliegenden Vereine sind.

Kunststücke verbessern

Bis dahin wird Christian Marek jede freie Minute nutzen, um seine Kunststücke auf dem Trial zu verbessern, bzw. um seiner Kür neue Elemente zuzufügen. Er wird seinen Sport sicher noch lange Zeit ausüben, denn: „Ich kenne Familienväter, die diesem Sport gemeinsam mit ihren Kindern nachgehen, deshalb sehe ich mich auch in zwanzig Jahren immer noch auf dem Rad!“ Bis dahin aber, so hofft der „Turner auf dem Fahrrad“, wird der Trial-Sport auch in Lünen eine größere Fan-Gemeinde gefunden haben. „Mein Wunsch ist es, dass wir in Lünen einen Trialverein gründen könnten.“ Zunächst aber reichen ihm die spontanen Treffen mit Gleichgesinnten. „Mit völlig fremden Menschen gemeinsam Spaß zu haben, das ist ein tolles Gefühl! Trial-Fahrer sind eben sehr gesellige Einzelsportler!“ Christian Marek ist ein passender Beweis dafür.

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