Aus der zweiten Reihe der Regionalliga drängt es Marc Woller in die erste Reihe der Oberliga. © Thomas Bielefeld
Fußball

Chaos beim Holzwickeder SC: Bald-Trainer Marc Woller hat aus Zeit beim Lüner SV gelernt

Marc Woller übernimmt im Sommer den Holzwickeder SC. Der Verein erlebt aktuell unruhige Tage. Woller erklärt, was den HSC von seinem letzten Verein als Cheftrainer - den Lüner SV - unterscheidet.

Seitdem Axel Schmeing verkündet hat, im Sommer den Fußball-Oberligisten Holzwickeder SC zu verlassen und den Lüner SV zu übernehmen, ist es unruhig geworden beim HSC. Der kommende Holzwickeder Trainer Marc Woller erklärt, was er aus der unglücklichen Zeit beim LSV gelernt hat, um eine solche Situation zu handeln.

Den bisherigen Co-Trainer entlassen, vermutlich den Torjäger verloren und selbst im Unterbau droht ein wichtiger Abgang: Seitdem der Abschied von Axel Schmeing feststeht, beherrschen den Holzwickeder SC ungewohnt negative Schlagzeilen.

Marc Woller ist noch Co-Trainer beim SV Lippstadt

Damit umgehen muss in Zukunft Marc Woller, der den Klub im Sommer als Cheftrainer übernimmt. Der 52-Jährige ist aktuell noch Co-Trainer bei Regionalligist SV Lippstadt und war zuvor von Sommer 2019 an für einige Monaten Chef beim Lüner SV in der Westfalenliga.

Nach großen Ambitionen, vom Verein klar formulierten Aufstiegszielen und einem enttäuschenden Saisonstart zog Woller beim LSV nach nur 77 Tagen im Amt die Reißleine und trat zurück.

„In Lünen war ein relativ hoher Erfolgsdruck. Man hat ja vom ersten Moment an gemerkt, dass die kein Unentschieden akzeptieren“, sagt Woller. Die Verantwortlichen sprachen während der Pressekonferenzen, bei denen die damaligen Neuzugänge vorgestellt wurden, sogar davon, dass die Oberliga nur eine Durchgangsstation sein solle – als Westfalenligist, der der Verein noch heute ist.

Holzwickeder SC habe andere Erwartungshaltung als Lüner SV

In Holzwickede sei die Erwartungshaltung eine ganz andere: „Da erwartet keiner, dass ich nächstes Jahr aufsteige“, so Woller. Zwar wünscht man sich auch beim HSC, wieder eine gute Mannschaft aufzubauen, aber genau da sei Woller auch optimistisch.

„Ich sehe das ganz positiv und bin der Meinung, es geht in die richtige Richtung“, sagt Woller. Gemeinsam mit Holzwickedes Sportlichem Leiter Tim Harbott plant er gerade den Kader für die kommende Spielzeit.

Woller weiß aber auch: „Es ist so, dass die Spieler wahrscheinlich nicht so richtig wissen, wo sie bei mir dran sind.“ Schließlich habe Vorgänger Schmeing fast alle Spieler selbst geholt. „Die Spieler sind alle fixiert auf ihn“, sagt Woller.

Mit vielen Gesprächen will er seinen neuen Kader überzeugen, „dass meine Spielphilosophie vielleicht auch nicht so schlecht ist“. Und in Vereinen, die weniger in der Öffentlichkeit stehen wie der Lüner SV, hat Woller zuletzt stets funktioniert.

SuS Kaiserau stieg unter Marc Woller auf

Mit dem SuS Kaiserau ist er in die Landesliga aufgestiegen, in Lippstadt sei man ob seines Abgangs sehr traurig. Beim LSV dagegen endete die Woller-Saison im Chaos.

Die Westfalenliga-Elf kämpfte bis zur Corona-Unterbrechung gegen den Abstieg, die Reserve in der Bezirksliga sorgte regelmäßig für Schlagzeilen, immer wieder kam Unruhe auf. „In Holzwickede kenne ich die Leute alle, da kann man recht ruhig arbeiten“, sagt Woller mit Blick auf seinen neuen Verein.

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Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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