Das Archivbild zeigt das Caterpillar-Werk in Lünen, Ende 2021 ist hier Schluss. © Stachelhaus (A)
Meinung

Caterpillar, lass dich auf die letzten Tage nicht lumpen

Die Caterpillar-Chefetage hat sich ordentlich verrechnet. Der Termin der Werksschließung ist nicht zu halten. Davon sollten die verbliebenen Beschäftigten profitieren, meint unser Autor.

Caterpillar verschiebt die Werksschließung in Lünen um ein ganzes Jahr. Diese Nachricht, diesen Satz, muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Damit bestätigt sich das, was Betriebsrat und IG Metall schon Ende vergangenen Jahres völlig nüchtern prophezeit haben – dass die Verlagerung der hiesigen Produktion ins europäische Ausland und der notwendige Wissenstransfer gar nicht bis zur damals festgezurrten Werksschließung Ende dieses Jahres zu stemmen ist. Doch wie so oft in den vergangenen Jahren, ließ sich die Caterpillar-Geschäftsführung von derartigen Hinweisen nicht beeindrucken.

Gleichwohl kann ich mir bei aller Schadenfreude nicht vorstellen, dass es den verbliebenen Beschäftigten ob der neuen Situation tatsächlich besser geht. Schließlich ist aufgeschoben nicht aufgehoben. Und weil das so ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als den verantwortungsbewussten Caterpillar-Mitarbeitern die Daumen zu drücken: Auf dass die Musterverträge so gestaltet sind, dass die Beschäftigten bei einem Verbleib für ein paar schlappe Monate auch gut bezahlt werden. Für das, was ihnen Caterpillar immer wieder zugemutet hat, haben sie sich das mehr als verdient. Das sollte spätestens jetzt auch die Chefetage des US-Unternehmens begriffen haben.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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