Carlos in Lünen öffnet wieder: Erster Tag schon ausgebucht

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Essen an Bord, aber mit Abstand: Das Restaurant Carlos startet am Dienstag (19.5.) wieder den Betrieb. Der Lüner Geschäftsleiter José Queiros bekommt eine Reservierung nach der anderen.

Lünen

, 15.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Portugiesische Restaurant Carlos öffnet wieder am Dienstag, 19. Mai, seine Türen. Bewusst beginnt der Neustart im Gegensatz zu vielen anderen Lokalen in Lünen eine Woche später als erlaubt: „Ich wollte die Lage erst beobachten und keine voreiligen Entscheidungen treffen“, sagt der Lüner Geschäftsleiter José Queiros.

Die Hygienemaßnahmen würden den Gastronomiealltag nämlich stark einschränken. So müsse der 31-Jährige einige Umbauarbeiten vornehmen. Doch nun steht die Entscheidung fest: Nach zwei Monaten Schließung würden ab Dienstag etwa 150 Gäste Platz finden – die Hälfte weniger als vor der Corona-Krise. Viele Tische habe er bereits in den Keller stellen müssen.

Die größte Hürde: Das Schiff im Lokal nimmt in dem 400 Quadratmeter großen Innenbereich ziemlich viel Platz weg. Trotzdem muss der 1,50-Meter Abstand zwischen den Tischen eingehalten werden. Der Außenbereich biete wiederum genügend Platz für Gäste. „Der Blick auf die Lippe lässt sich sowieso besser von draußen genießen“, sagt Queiros.

Mitarbeiter erhielten Zuschuss

José Queiros erhalte nach eigenen Angaben „eine Reservierung nach der anderen“. Wochenlang habe der Leiter von seiner Stammkundschaft Nachrichten bekommen, wie sehr sie sich eine Wiedereröffnung wünschen. Und nun ist es soweit. Der Dienstag sei bereits ausgebucht und auch für das Wochenende habe der Portugiese schon viele Reservierungen entgegengenommen.

Dank der hohen Nachfrage dürfen alle 20 Mitarbeiter wieder arbeiten. In den letzten zwei Monaten seien sie zwar in Kurzarbeit gegangen, haben aber laut Queiros einen finanziellen Zuschuss von ihm erhalten. „Wir sitzen alle im selben Boot“, sagt er. Denn die Umsatzverluste würde sich durch die fehlende Arbeit auch auf seine Mitarbeiter auswirken.

Wirtschaftlich gesehen seien diese Verluste zwar katastrophal, aber trotzdem lasse sich der 31-Jährige durch den Zusammenhalt in dem Familienunternehmen nicht unterkriegen. Seit über 20 Jahren gebe es „Carlos“-Restaurants in Lünen, Dortmund und Schwerte. „Durch ein gut laufendes Geschäft, konnten wir genügend Rücklagen bilden“, sagt er. So würde eine Krise wie diese keine starken Auswirkungen auf die Existenz haben.

„In Deutschland besonders gut aufgehoben“

Trotzdem wünscht sich José Queiros zeitnah eine weitere Lockerung. Denn trotz Rücklagen könne kein Gastronom mit halbem Umsatz durch etwa die Hälfte an Plätzen lange durchhalten.

Der gebürtige Portugiese ist froh, in Deutschland die Gastronomie zu betreiben. Sein Heimatland hat schon früher scharfe Maßnahmen ergriffen. Regelmäßig stehe Queiros mit seiner Familie, die in Portugal lebt, in Kontakt. „Die Restaurantbesitzer haben in Portugal keine großzügige Unterstützung vom Staat erhalten“, sagt der 31-Jährige. In der Corona-Krise fühle er sich in Deutschland besonders gut aufgehoben.

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