Auf der Cappenberger Straße möchte die Stadt eine "Protected Bike Lane" testen. Teile der Politik finden diesen Versuch zu gefährlich - der ADFC findet den Ort genau deshalb richtig gewählt. © Quiring-Lategahn
Radverkehr

Cappenberger Straße: Lüner Politik stellt sich gegen geschützten Radverkehr

Eine Protected Bike Lane auf der Cappenberger Straße soll Radfahrende in Lünen schützen. Doch die Lokalpolitik spricht sich dagegen aus. Der ADFC kritisiert dieses Vorgehen.

Die Protected Bike Lane, ein geschützter Radfahrstreifen, soll die Sicherheit für Radfahrende erhöhen. Leitschwellen und Leitbaken trennen den Radverkehr und den motorisierten Straßenverkehr. Die Stadtverwaltung Lünen hatte ein entsprechendes Pilotprojekt auf dem Teilstück der Cappenberger Straße zwischen Kurt-Schumacher-Straße und Döttelbeckstraße vorgeschlagen. Allerdings hatte die Polizei den Hinweis angeführt, dass Radfahrende gegen die Schwelle und die Baken fahren und in den Autoverkehr stürzen könnten.

Der Ausschuss für Umwelt, Klima und Mobilität beriet am Dienstag (15.6.) über dieses Vorhaben. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder äußerte allerdings Bedenken. So sprachen sich die CDU- und SPD-Fraktion dagegen aus. Die CDU schließt sich der Einschätzung der Polizei an und sieht eine erhöhte Unfallgefahr für Radfahrende.

SPD: Radweg zu schmal für Protected Bike Lane

Die SPD argumentiert, dass der vorhandene Radweg nicht breit genug und zu schmal für Überholvorgänge sei. Zudem gebe es immer öfter breitere Räder, wie Lastenräder oder Dreiräder. Durch die Leitschwellen und Baken einer Protected Bike Lane wäre es nicht mehr möglich, in den Straßenverkehr auszuweichen.

Hans-Jürgen Heidenreich, Verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Ortverbandes Lünen, widerspricht der Argumentation der SPD. „Der Radweg erfüllt die Mindestbreite von 1,5 Metern“, sagt der Straßenbauingenieur. Gleichzeitig kritisiert er die Mehrheit der Ausschussmitglieder dafür, sich gegen die Protected Bike Lane an der Cappenberger Straße ausgesprochen zu haben.

ADFC: Protected Bike Lane wäre Schritt in die richtige Richtung

„Dieses Stück ist geschützten Radweges wäre keine weltbewegende Sache. Allerdings wäre es von der Stadt ein erster Schritt in die Richtung, die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen“, sagt Heidenreich gegenüber dieser Redaktion. Gleichzeitig sichert er der Verwaltung die Unterstützung des ADFC zu. „Autofahrerinnen und Autofahrer müssen sich regelkonform verhalten. Sie dürfen den Radfahrstreifen nicht nutzen. Zudem dürfen Lkw diesen nicht blockieren“, führt Heidenreich aus.

Alternativ kämen zwei weitere Abschnitte im Stadtgebiet für die Einrichtung einer Protected Bike Lange infrage. Diese befinden sich auf der Bebelstraße, zwischen Spichernstraße und Sedanstraße sowie auf der Konrad-Adenauer-Straße zwischen Moltkestraße und Marie-Juchacz-Straße. Diese Stellen seien von Radfahrern allerdings nicht stark genug frequentiert.

Diskussionen wird es um die Protected Bike Lane nun nicht mehr geben. Der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung stimmte am Mittwoch (17.6.) mehrheitlich gegen dieses Vorhaben.

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