Bücher in Quarantäne: Lüner Büchereibetrieb stark eingeschränkt

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Desinfektion gehört in Corona-Zeiten einfach dazu, besonders bei Gegenständen, die man sich teilt. Für die zurückgegebenen Bücher in der Lüner Stadtbibliothek heißt das: ab in die Quarantäne.

Lünen

, 15.10.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein fremdes Land entdecken, einen Mordfall aufklären oder eine magische Welt kennenlernen, all das ist durch Bücher möglich. Besonders in Corona-Zeiten können Bücher ein kleiner Urlaubsersatz sein. Wer sich Bücher in der Stadtbibliothek leihen will, der muss sich allerdings an strenge Regeln halten.

Die Bücherei ist momentan nur am Dienstag, Donnerstag und Freitag geöffnet. Am Montag und Mittwoch, so erklärt es Pressesprecher Alexander Dziedeck, werden die Bücher kontrolliert und sortiert. Vor Corona war das noch anders: „Normalerweise werden diese Arbeiten während des laufenden Betriebs gemacht, also genau dann, wenn Nutzerinnen und Nutzer die Medien zurückbringen. Damit Besucherinnen und Besucher sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbücherei geschützt werden, ist der direkte Kontakt in dieser Form im Moment nicht möglich. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbücherei bedeutet das einen gewissen Mehraufwand.“

Durch die Anzahl der Körbe wird sichergestellt, dass nicht zu viele Besucher in der Bücherei sind. Wenn es keine Körbe mehr gibt, halten sich schon zehn Leute in der Bücherei auf.

Durch die Anzahl der Körbe wird sichergestellt, dass nicht zu viele Besucher in der Bücherei sind. Wenn es keine Körbe mehr gibt, halten sich schon zehn Leute in der Bücherei auf. © Stadt Lünen

Online wird beliebter

Aktuell können nur zehn Leute gleichzeitig die Bücherei betreten. Jeder Besucher muss sich einen Korb nehmen, so wird kontrolliert, wie viele Personen sich in der Bücherei aufhalten. Alle Körbe werden nach der Benutzung desinfizier. Die Sortierung, das Desinfizieren und auch die Erfassung der Besucherdaten seien ein Mehraufwand, der die Mitarbeiter Zeit koste, so Dziedeck. Durch diese Umstände sei „es aktuell nicht möglich, die regulären Öffnungszeiten – etwa auch am Samstag – anzubieten“.

Insgesamt sei die Anzahl der Kunden zurückgegangen: „Im September wurde etwa mehr als ein Drittel weniger ausgeliehen als normalerweise.“ In der Bibliothek Schmökern oder Lernen sei momentan nicht möglich, Bücher können nur ausgeliehen und abgeholt werden. Erfreulich ist allerdings eine Zunahme der Kunden, die online Bücher leihen wollen. Alexander Dziedeck: „Es gab aber zumindest im Mai und Juni viele Neuanmeldungen, die explizit nur die Onleihe nutzen wollten.“

Neue Räume, neue Möglichkeiten

Die Räume der Bibliothek werden mittelfristig in die Persiluhrpassage umziehen. Für den Umzug wurden 300.000 Euro an Fördergeldern von der Bezirksregierung bewilligt. Moderne Konzepte sollen die Bücherei besser zugänglich machen: „Für den neuen Standort ist ein Rückgabeautomat an der Außenwand oder ein intelligentes Regal geplant, in das man die Bücher zur Rückgabe lediglich einstellen muss und das die Rückbuchung automatisch erledigt, sodass Medien auch außerhalb der Öffnungszeiten zurückgegeben werden können.“ Man hoffe, nach dem Umzug wieder „normal“ zu öffnen.

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