Braune Hundezecke ist in Deutschland auf dem Vormarsch - auch in Lünen?

dzNeue Zeckenart

Eine neue Zeckenart soll auch für Menschen gefährlich sein. Müssen sich Hundebesitzer jetzt zusätzlich um die eigene Gesundheit sorgen? Wir haben eine Lüner Tierärztin gefragt.

Nordlünen

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Immer wieder tauchten in den vergangenen Wochen Artikel über die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) auf. Darin steht, dass diese nicht nur für Hunde gefährlich sei, sondern auch für den Menschen.

Sogar bis zum Tod soll die neue Art der Spinnentiere führen. Die Zecke soll ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Südafrika kommen und von Urlaubstieren mit nach Deutschland gebracht worden sein. Die Uni Hohenheim hat sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt. Dort wurde festgestellt, dass es auch Fälle gibt, in denen Tiere den eigenen Hof nicht verlassen haben und trotzdem als Wirt der Spinnentiere dienten. Das sei ein Hinweis darauf, dass die Zecken sich jetzt in Deutschland niedergelassen hätten, heißt es seitens der Uni Hohenheim.

Mensch als Alternativ-Wirt möglich

Auch seien die Tiere nicht besonders wählerisch, was die Wahl des Wirtes angeht. Sind einmal keine Hunde zur Stelle, sind Menschen eine Alternative. Bei einer hohen Population auf einem Wirt kann es sein, dass die Zecke auf Menschen überspringt. Bei rund 4000 Eiern, die eine Zecke legen kann, ist es wahrscheinlich, dass es auch Menschen trifft.

In Lünen sei die Zecke noch nicht aufgetaucht. Dr. Barbara Seibert ist Tierärztin in Lünen und kennt bisher noch keinen Fall. Sie hat ihre Praxis an der Cappenberger Straße. Von der neuen Zeckenart habe sie gehört, allerdings habe sie noch keine gesehen. Der Bericht der Uni Hohenheim sei ihr ebenfalls bekannt.

Hunde können durch die Braune Hundezecke Hundemalaria (Babesiose) bekommen. Ohne Erkennung und eine entsprechende Behandlung kann diese bis zum Tod des Hundes führen.

Für Menschen ist die Zeckenart ebenfalls nicht ohne. Sie können sich mit dem Mittelmeerfleckfieber, das zu den Rickettsiosen gehört, infizieren. Das hat folgende Symptome: Erschöpfung, Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Ausschlag.

Prophylaxe-Schutz wichtig

Dr. Barbara Seibert sagt: „Auch wenn diese Zeckenart noch nicht bis zu uns vorgedrungen ist, ist es trotzdem immer sinnvoll, seine Tiere prophylaktisch zu behandeln.“

Bis vergangenes Jahr habe es auch noch ausgereicht, die Tiere mit Kokosöl und Schwarzkümmelöl zu behandeln. Dieses Jahr sei es sinnvoller, entweder einmal monatlich eine Tablette zu verabreichen, oder ein sogenanntes „Spot on“ zu verwenden. Das wird dem Tier in den Nacken geträufelt und soll Flöhe und Zecken davon abhalten, sich im Fell niederzulassen und in der Haut festzusetzen.

Auch Zeckenhalsbänder seien eine gute Lösung. „Allerdings, muss man da schon darauf achten, teurere Produkte zu wählen oder wirklich welche vom Tierarzt zu nehmen“, wirft die Tierärztin ein. Da gebe es deutlich Qualitätsunterschiede.

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