Bombensuche auf der Baustelle an der Brambauerstraße läuft - unter erschwerten Bedingungen

dzDauerbaustelle in Brambauer

Lange Zeit war es still auf der Baustelle am Ortseingang von Brambauer. Doch jetzt tut sich endlich wieder etwas – was genau, ist jedoch auf den ersten Blick nicht zu erkennen.

Lünen

, 03.06.2019, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach mehreren Monaten tut sich wieder etwas auf der Dauerbaustelle an der Brambauerstraße/Ecke Am Brambusch. Allerdings haben die zuständigen Arbeiter Zäune mit einer Sichtschutzplane aufgestellt – wer die Baustelle passiert, erfährt auf den ersten Blick nicht, was dort vor sich geht.

Aber diese Maßnahme hat nichts mit Heimlichtuerei zu tun, sie dient vielmehr der Sicherheit: Denn der so geschaffene Innenraum ist ein sogenannter Schwarzbereich, der nur mit spezieller Kleidung betreten werden darf.

Keine Gefahr für Passanten

Die drei dort tätigen Mitarbeiter der Firma Gockeln müssen einen Schutzanzug und Atemschutzmasken tragen. Dieser Aufwand ist notwendig, weil die jetzt begonnenen Bohrarbeiten kontaminiertes Erdreich öffnen und es teilweise auch zutage befördern.

Ein Gutachter hatte bei Voruntersuchungen festgestellt, dass der Boden im Bereich der Baustelle eine erhöhte Teerbelastung aufweist. Die Giftstoffe sind krebserregend und für jeden eine Gefahr, der damit in Berührung kommt. Passanten haben hingegen nichts zu befürchten.

Bereits im Dezember wurden die Arbeiten auf der Baustelle unterbrochen, weil sich bei Kabelarbeiten - dem eigentlichen Anlass für die Baustelle - durch die Stadtwerke der Verdacht erhärtete, dass sich im Boden ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg befinden könnte. Schon damals nahmen die Arbeiter einen unangenehmen Geruch wahr, der letztlich zum Einsatz des Gutachters auf der Baustelle führte.

Verseuchter Boden muss entsorgt werden

Dieser legte im Februar seinen Bericht mit dem bekannten Ergebnis vor. Die Konsequenz war laut Stadtverwaltung eine Stilllegung auf unbestimmte Zeit: Erst müsse die Sicherheit aller Menschen, die dort arbeiten, garantiert werden. Danach sollte der Kampfmittelräumdienst anrücken – das war erst am Montag (3. Juni) der Fall, da die Mitarbeiter sehr gefragt sind und ihre Liste abarbeiten müssen.

Findet er eine Bombe, muss entschieden werden, wie man weiter verfährt, also ob die Bombe zum Beispiel entschärft oder kontrolliert gesprengt werden muss. Findet er keine, geht es „nur“ um die Entsorgung des Bodens. Hier muss die Stadt klären, welche Menge genau von der Kontaminierung betroffen ist.

Wer für die Verunreinigung verantwortlich ist, steht nicht fest: „Das müssen wir klären, wenn wir wissen, wie es dort weitergeht“, hatte Stadtsprecher Benedikt Spangardt im Mai erklärt. Eine mögliche Erklärung ist die Vergangenheit der Fläche: Bis 1992 wurde in unmittelbarer Nähe noch Kohle gefördert - auf der Zeche Minister Achenbach.

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