Seit dem 1. März gibt es die blauen "Ökobons" auch bei Kaufland in Lünen an der Merschstraße. © Julian Preuß

Blaue Kassenbons in Lüner Supermärkten als Beitrag zum Umweltschutz

Blaue Kassenbons ersetzen mittlerweile in mehreren Supermärkten in Lünen die klassischen weißen. Dahinter steckt mehr, als nur eine andere Farbe. Es geht um Umweltschutz.

Wer im Supermarkt einkaufen geht, kennt dieses Szenario: In der Obst- und Gemüseabteilung packt man Äpfel in dünne, durchsichtige Plastiktüten ein. Weiter an der Wust- und Käsetheke verpacken die Mitarbeitenden die Salami-Scheiben in Folie und zusätzlich in eine dünne Tüte. An der Kasse angekommen, stellt man fest, dass man weder einen Einkaufskorb noch einen Beutel eingepackt hat. Schon landet für ein paar Cent eine reißfeste Plastiktüte auf dem Band. Und zuletzt bekommt man einen Kassenbon überreicht.

Umdenken bei Verpackungsmüll in Supermärkten

So oder so ähnlich lief Einkaufen noch vor kurzer Zeit ab. Mit viel Plastik und beschichtetem Papier. In immer mehr Supermärkten sind aber auch Veränderungen zu bemerken. Auch im Kaufland an der Merschstraße in Lünen. Seit dem 1. März etwa wechselten die Kassenbons ihre Farbe – von Weiß zu Blau. Und das hat einen bestimmten Grund.

„Der neue Bon kann problemlos über das Altpapier entsorgt und recycelt werden“, erklärt Kaufland-Pressesprecherin Alisa Götzinger auf Anfrage dieser Redaktion. Das war mit den weißen Exemplaren vorher nicht so einfach möglich – was viele Menschen jedoch nicht wussten.

Der neue „Ökobon“ bringt aber noch weitere Vorteile mit sich, wie das Unternehmen erklärt. So werde er ohne chemische Farbentwickler hergestellt, sei sonnenlichtbeständig und könne lange archiviert bleiben, ohne zu verblassen. Voraussetzung dafür sei eine neuartige Herstellungstechnik. „Die schwarze Farbe ist bereits im Thermopapier vorhanden und wird mit einer weißen Schicht abgedeckt. So entsteht die unverwechselbare Farbe des Ökobons“, führt Götzinger weiter aus.

Ein Hinweisschild an der Kasse macht auf die Funktion des blauen Bons aufmerksam.
Ein Hinweisschild an der Kasse macht auf die Funktion des blauen Bons aufmerksam. © Julian Preuß © Julian Preuß

Während Kaufland diesen Schritt erst in diesem Frühjahr wagte, wandert der blaue Kassenbon bereits seit Oktober 2020 über die Ladentheke bei Edeka Patzer an der Kamener Straße. „Edeka war eins der ersten Unternehmen die dieses Papier eingeführt hat“, schaut Marktinhaber Jörg Patzer zurück.

Himbeeren kommen nun in Pappschachteln

Auch in anderen Bereichen versuche Edeka auf umweltfreundlichere Alternativen umzusteigen. „Beispielweise bieten wir an der Kasse keine Plastiktüten mehr zum Verkauf an – nur noch Jutebeutel und Papiertüten“, führt Patzer weiter aus. Das werde allerdings zentral von der Kette gesteuert und nicht von den einzelnen Märkten entschieden. „Zusätzlich kommen in diesem Jahr die Himbeeren nicht mehr in einer Plastik- sondern Pappschachtel“, so Patzer.

Doch nicht immer sei es möglich, beim Verpacken der Lebensmittel auf Plastik zu verzichten. „Es gab Versuche, der Kundschaft Wurst oder Käse in Papier eingewickelt zu überreichen. Da gab es jedoch Reklamationen, dass die Ware ausgetrocknet sei“, erläutert der Inhaber von vier Edeka-Filialen in Lünen, Schwerte und Dortmund.

Wurst und Käse in einen eigens mitgebrachte Dose zu füllen, wäre eine Alternative dazu. „Das haben wir vor der Corona-Pandemie angeboten. Das geht derzeit aus hygienischen Gründen nicht. Wenn es die Umstände wieder erlauben, werden wir das aber wieder einführen“, versichert Patzer, der auch kritische Stimmen zu den neuartigen Kassenbons vernommen hat. Der Kassenbon sei für ältere Menschen schwieriger zu lesen, weil der Kontrast zwischen dem blauen Papier und der schwarzen Schrift nicht so groß sei.

Den blauen Kassenbon haben Aldi und Rewe derweil noch nicht eingeführt. Die Unternehmen nutzen zwar phenolfreies Papier, entsorgt werden muss es dennoch im Rest-, bzw. Haushaltsmüll. Plastiktüten sind an den Kassen der Filialen ebenfalls verschwunden.

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