Bitte der Landwirte: Beim Ausflug in die Natur richtig verhalten

Unterwegs in der Natur

Jetzt zieht es die Menschen nach draußen. Warum die vom Brot gefallene Wurst nicht liegen bleiben darf und Hunde nicht auf der Weide ihr Geschäft machen sollten, sagt der Landwirte-Sprecher

Lünen

13.05.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei Spaziergängen begegnet den Menschen auch mal ein tierischer Bewohner.

Bei Spaziergängen begegnet den Menschen auch mal ein tierischer Bewohner. © Landwirtschaftlicher Kreisverband

Deutlich mehr Spaziergänger und Fahrradfahrer als in den Vorjahren zieht es zurzeit nach draußen. Das hat Hans-Heinrich Wortmann beobachtet, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, Bochum, Dortmund, Hamm und Herne). Die Erholungssuchenden ziehe es nicht nur in den Wald, sondern auch in Feld und Flur: auf Flächen, die zu landwirtschaftlichen Betrieben gehören. Landwirte würden häufig gefragt, welches Verhalten dort in Ordnung sei und was nicht, so Wortmann. Hier seine Antworten:

Wo dürfen wir uns als Fahrradfahrer und Fußgänger überall bewegen?

Die Antwort ist recht einfach. Bitte bleiben Sie auf den Wegen. Felder und Wiesen sind zu dieser Jahreszeit mit Früchten bestellt. Jeder der darüber läuft oder fährt, schädigt die Pflanzen.

Was ist mit einem Picknick?

Was gibt es Schöneres als mit Kindern in der Natur zu picknicken? Am Rand von Feldwegen ist das kein Problem. An vielen Stellen findet man auch Bänke. Aber bitte, nehmen Sie jeglichen Müll wieder mit. Auch Reste von Nahrungsmitteln sollten auf jeden Fall wieder eingepackt werden. Die Wurst vom Brot könne beispielweise die Afrikanische Schweinepest, die in Osteuropa grassiert, auf unsere Wildschweine übertragen.

Wo darf sich mein Hund überall bewegen?

Auch hier gilt: Bitte bleiben Sie auf den Wegen! Das Frühjahr ist die Zeit, in der die Tiere in Feld und Flur ihre Jungen aufziehen. Freilaufende Hunde sind für diese Tiere eine große Gefahr.
Zudem ist auch Hundekot in Wiesen und Weiden eine vielfach unterschätzte Gefahr für Rinder und Pferde. Krankheitserreger im Hundekot können beispielsweise bei Rindern zu Fehl- oder Totgeburten führen,

Darf man ein Lagerfeuer machen?

Zugegeben, schön und romantisch kann das schon sein, aber nicht erlaubt in der freien Landschaft, denn es kann sehr gefährlich werden - besonders bei der momentanen Trockenheit. Verschiedene Lagerfeuer in den letzten Wochen haben zu Waldbränden geführt. Auch, wenn kein Wald in der Nähe ist, auf die nächste Hecke oder die nächsten Büsche kann sich ein Feuer schnell ausbreiten. Also bitte: Kein Feuer in der Landschaft!

Wie verhält man sich in der Nähe von Weidetieren?

Bitte verhalten Sie sich ruhig. Laute Musik oder Krach kann die Tiere erschrecken und in Panik versetzten. Bitte auch keinen Müll in der Nähe von Wiesen und Weiden liegen lassen, denn der bekommt den Tieren überhaupt nicht gut. Kühe beispielsweise können kleinere Gegenstände leicht mitfressen. Besonders spitze Metallgegenstände und scharfe Kanten gefährden dabei die inneren Organe der Tiere. Setzt sich ein spitzer Metallgegenstand fest, ist das für ein Tier sehr schmerzhaft und kann sogar sein Leben gefährden.

Woher bekommt man Informationen?

Wir Landwirte freuen uns über jegliches Interesse an der Natur und unseren Früchten auf den Federn. Bitte fragen Sie uns, wenn Sie etwas wissen möchten. Scheuen Sie sich nicht Landwirte anzusprechen, die auf den Feldern arbeiten oder die Sie auf Feldwegen treffen.

Hans Heinrich Wortmann ist 2018 bereits zum dritten Mal Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe geworden. Alle drei Jahre, zuletzt im Winter 2018, wählen die Landwirte ihre ehrenamtlichen Vertreter im Landwirtschaftsverband.

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