Bilder, Leuchter und knarzende Treppen: So herrschaftlich ist es im Schloss Schwansbell

dzUngewöhnliche Orte

Alltag hinter Schlossmauern. Das klingt nach Märchen. Im Turm von Schloss Schwansbell hat sich Anke Filipiak eingerichtet. Wir durften hinter die Tür schauen. Es ist ein ungewöhnlicher Ort.

Lünen

, 10.04.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit fast 150 Jahren ragen die Zinnen von Schloss Schwansbell in den Himmel. In einem der beiden achteckigen Türme ganz unten ist Anke Filipiak Mieterin. Sie öffnet die Tür zu einem Mini-Apartment. Auffällig ist der halbrunde Raum, fast wie eine kleine Oase. Drei runde Fenster lassen das Tageslicht herein. „Das hier ist wie für mich gemacht“, sagt die 49-Jährige.

Im Februar ist die Musik- und Klangtherapeutin spontan eingezogen. Sie wohnt nicht im Schloss, sondern nutzt den halbrunden und einen weiteren Mini-Raum für ihre Kurse. Ankommen, Entspannen, die Urklänge der Klangschalen wirken lassen, all das ist in dem weiß getünchten und mit vielen Details liebevoll gestalteten Schlossturm möglich.

Anke Filipiak hat sich bei der Einrichtung an Indien orientiert. Mit der Deko greift sie das Schlossmotto auf. Die Räume haben einen eigenen Charme. Dazu gehören noch eine Mini-Küchenzeile und ein größeres Badezimmer.

Geschwungene Außentreppe

Anke Filipiak kommt durch den Eingang neben dem Turm in ihr Apartment. Andere Mieter nutzen die geschwungene Außentreppe ins Haupthaus. Hier ist ein kleiner Vorplatz mit einem Geländer, an dem im Sommer die Rosen ranken. Wie im Märchen eben.

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Türen zu ungewöhnlichen Orten: Schloss Schwansbell

Schloss Schwansbell ist nicht nur von außen imposant. Auch innen sieht es interessant aus. Anke Filipiak ist dort Mieterin. Sie hat uns die Türen geöffnet.
08.04.2020
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Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Die Wände sind aus Lehm und Stroh.© Quiring-Lategahn
Anke Filipiak hat Räume im Turm gemietet.© Quiring-Lategahn
Liebevoll hat sich Anke Filipiak eingerichtet.© Quiring-Lategahn
Die Deko hat sie der Schloss-Atmosphäre angepasst. © Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Die Deko hat sie der Schloss-Atmosphäre angepasst. © Quiring-Lategahn
Anke Filipiak ist Musik-und Klangtherapeutin. © Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn
Schloss Schwansbell ist ein besonderer Ort.© Quiring-Lategahn

Eine Holztür gibt den Blick frei auf ein Entree und ein dahinterliegendes Treppenhaus, das mit verziertem Geländer, Kronleuchtern und alten Gemälden in längst vergangene Zeiten entführt. Die Wände zeigen eine Besonderheit: Sie sind aus Lehm und Stroh. Die Treppenstufen knarzen.

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Sie führen zu zwölf Wohnungen, die zwischen 25 und 180 Quadratmeter groß sind. Manche haben herrschaftliche Wohnzimmer, Balkon und Bad im Turm.

Sogar eine kleine Kapelle gibt es im Schloss. Sie ist aber nicht zugänglich. Man kann nur ahnen, wie Graf Westerholt seinerzeit dort gelebt hat. Er ließ 1872 das Schloss bauen. Ab 1187 war dort der Rittersitz der Herren von Schwansbell.

Akte Bäume, Gräfte und Pavillon

Für Anke Filipiak ist es die gesamte Anlage mit Gräfte, Brücke und kleinem Pavillon, die die Atmosphäre ausmacht. 10.000 Quadratmeter Garten mit altem Baumbestand umgeben das Wasserschloss. „Im Sommer ist hier alles grün“, schwärmt sie. Es ist ein Ort der Ruhe. Oft sei nur Vogelgezwitscher zu hören. „Man steigt aus dem Auto und spürt diese andere Luft“. Die Hausgemeinschaft hat eigene, von Hecken umzäunte Gartenparzellen. Sitzgruppen stehen auf dem Rasen. „Die Enten kommen bis an die Kaffeetafel“, schildert Anke Filipiak. Auch ein Fuchs lässt sich oft blicken.

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Per Handy organisieren die Mieter schnell mal einen Grill-oder Musikabend. Das Miteinander sei gut. Doch die Lünerin hat auch beobachtet, dass das Wohnen im Schloss für die meisten Mieter keine Option auf Lebenszeit ist. „Viele ziehen dann doch weiter“. Denn den modernen Komfort eines Aufzugs hat das Gebäude trotz seiner drei Stockwerke nicht zu bieten.

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Sowohl für Individualisten als auch für Familien

Jürgen Flock ist Geschäftsführer der MM Management Vermögensverwaltung mit Sitz in Essen. Das Unternehmen hat die Verwaltung des Schlosses übernommen, das einer ausländischen Investorengruppe gehört. Flock sagt, Wohnungen im Schloss Schwansbell ließen sich ganz normal vermieten. Sowohl Individualisten als auch Familien würden dort leben. Es sei ein Objekt mit den Einschränkungen des Denkmalschutzes, aber soweit möglich energetisch nachgerüstet. Die Heizkosten seien nicht wesentlich höher als sonst im Verwaltungsbestand. Manche Mieter würden schon 20 Jahre im Schloss wohnen, die letzten seien knapp ein Jahr drin. „Die wollen sich wohlfühlen. Wir sind an einer dauerhaften Bindung interessiert“, so Flock.

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