Am 2. Januar kam ein Team um Dr. Martin Sobottka und Dr. Arne Krüger zum ersten Impftermin ins Seniorenzentrum St. Norbert in Lünen. © Dr. Martin Sobottka
Coronavirus

Betreuer zwischen Feiertagen nicht erreichbar: Neue Impftermine in Lünen

Nach der Zulassung des Impfstoffes sollte es beim Impfen schnell gehen. Doch beim ersten Termin in St. Norbert in Lünen fehlten noch ein paar Zustimmungen. Mittlerweile gibt es Nachholtermine.

Sehnlich war der Impfstoff erwartet worden. Als im Dezember die Zulassung erfolgte, musste es dann kurz vor Weihnachten ganz schnell gehen. Ganz oben auf der Prioritätenliste für die Impfung gegen das Coronavirus standen und stehen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegende in Seniorenheimen.

Gerade dort, wo durch den zu erwartenden Besucherandrang zu den Weihnachtsfeiertagen ohnehin schon viel zu tun war, musste möglichst schnell die Zustimmung zur Impfung eingeholt werden.

Als das mobile Impfteam um Dr. Martin Sobottka und Dr. Arne Krüger dann am 2. Januar im Altenzentrum St. Norbert eintrafen um möglichst vielen Menschen die Erstimpfung zu ermöglichen, lagen noch nicht alle Zustimmungen vor.

Kann ein Bewohner nicht mehr für sich selbst entscheiden, etwa bei einer Demenzerkrankung, entscheiden gesetzlich bestellte Betreuer. Das können Angehörige des Betroffenen sein oder Berufsbetreuer, wenn Angehörige die Aufgabe nicht übernehmen können.

Informationen über Impftermin „äußerst kurzfristig“

Einige dieser professionellen Betreuer waren zwischen Weihnachten und Silvester nicht zu erreichen gewesen. Darüber ärgerte sich Impfarzt Krüger. „Ich finde das ungeheuerlich“, sagte er, „denn diese Senioren konnten wir deshalb nicht impfen“.

103 von 119 Menschen, die im Seniorenzentrum wohnen, wurden geimpft. Darin enthalten sind allerdings auch die Personen, die sich möglicherweise gegen die freiwillige Impfung entschieden haben.

„Die Informationen zu den Impfungen und dem anstehenden Impftermin haben uns äußerst kurzfristig erreicht“, sagt Thomas Middendorf, Sprecher des Caritasverbandes Lünen-Selm-Werne.

Das habe dazu geführt, dass „einige wenige Verantwortliche“ zwischen den Feiertagen nicht zu erreichen waren. Das habe einerseits an den Weihnachtsfeiertagen, teilweise auch an Krankenhausaufenthalten gelegen.

Neue Impftermine stehen fest

In der Zwischenzeit sei das „umgehend nachgeholt“ worden. „Eine Impfung im Altenzentrum St. Norbert sei für jeden, der das möchte, gewährleistet“, so Middendorf weiter. Die Termine hierzu sollen bereits feststehen und die Impfungen in Kürze stattfinden.

Bis zum Amtsgericht in Lünen sind diese Fälle allerdings nicht vorgedrungen. „Man kann ganz klar sagen: Fragen von Einwilligungen für Impfungen haben das Amtsgericht noch nicht erreicht“, sagt Amtsgerichtsdirektor Niklas Nowatius, auf Anfrage unserer Redaktion.

Zwischen den Feiertagen sei das Amtsgericht, trotz Verhandlungspause zwischen den Feiertagen, telefonisch erreichbar gewesen. Dass es keine derartigen Meldungen gab, habe aber auch nicht unbedingt etwas heißen müssen, so Nowatius. Das Gericht wird in diesem Fall erst eingeschaltet, wenn es verstärkt Probleme mit einem Betreuer gebe.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
Zur Autorenseite
Matthias Stachelhaus

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.