Falls Schnautzer-Mix Milo mal das Weite sucht, könnte er mit einem Chip schneller wieder nach Hause kommen. © picture alliance/dpa
Hundehaltung

Bessere Kontrolle von Vierbeinern: Lünen will spezielle Geräte anschaffen

Mancher Bello hat seinen eigenen Kopf und büxt aus. Bald kann er von der Stadt einfacher identifiziert werden. Kräfte der Ordnungspartnerschaft sollen im neuen Jahr spezielle Geräte bekommen.

Noch ist es in Lünen nicht immer leicht, einen zugelaufenen Hund seinem Herrchen oder Frauchen zuzuordnen. Das kann sich bald ändern. Ordnungspartnerschaften der Stadt sollen im kommenden Jahr Chiplesegräte bekommen. Die Technik hilft allerdings nur dann, wenn der Vierbeiner auch einen Chip unter der Haut trägt.

Den setzen Tierärzte. Eine Narkose ist nicht nötig. Weil der Datenträger so winzig wie Langkornreis ist, stört er Hunde nicht. Grundsätzlich müssen Waldi und Co. keinen implantierten Chip haben. Es gibt allerdings gesetzlich vorgeschriebene Ausnahmen. Die gelten zum Beispiel für große Vierbeiner ab 40 Zentimeter Schulterhöhe.

Chips sind Pflicht für große und gefährliche Hunde

Große Hunde dürfen nur gehalten werden, wenn die Halterin oder der Halter die erforderliche Sachkunde und Zuverlässigkeit besitzt. Eine Haftpflichtversicherung muss es auch geben. Wer gar einen gefährlichen Hund hält, braucht die Erlaubnis der Behörde. Auch dieser Vierbeiner muss einen elektronischen Chip haben.

Zwei Lesegräte will die Stadt Lünen anschaffen. Damit können Ordnungskräfte gespeicherte Chip-Daten mit der Landeshundedatenbank abgleichen. So können sie schnell feststellen, ob es sich um einen großen oder gefährlichen Hund handelt und ob möglicherweise eine Maulkorbpflicht angeordnet worden ist. Inwieweit Herrchen oder Frauchen Hundesteuer gezahlt haben, verrät der Chip aber nicht.

Schon in der Vergangenheit habe es regelmäßige Kontrollen des Ordnungsamtes gegeben, teilt die Pressestelle der Stadt Lünen auf Anfrage mit. Mit den neuen Geräten wolle man die Qualität dieser Kontrollen weiter fördern. Sie können auch bei entlaufenen Tieren nützlich sein. Sollte ein Tier ausgesetzt werden, kann so der Halter ermittelt werden.

Kein Pandemie-Phänomen in Lünen

Das Pandemie-Phänomen, wonach sich viele Leute im Lockdown einen Hund zugelegt haben, ist in Lünen nicht zu beobachten. Im Januar 2019 waren 5720 Hunde in Lünen gemeldet, im Januar dieses Jahres waren es 5815. Allerdings ist die Zahl der Vierbeiner bis September 2021 auf 5862 gestiegen.

Ein Hund verursacht Kosten. Allein die Hundesteuer liegt in Lünen jährlich bei 108 Euro. Wer zwei Hunde hat, zahlt 120 je Hund und bei drei oder mehr werden 132 pro Tier fällig. Für einen gefährlichen Hund müssen 324 Euro Hundesteuer gezahlt werden. Bei zwei gefährlichen Hunden steigt die Summe auf 360 je Tier. Ab drei Tieren kosten sie jeweils 396 Euro.

Es gibt auch die Möglichkeit der Steuerbefreiung. Sie gilt aber nicht für gefährliche Hunde.

2019 hat die Stadt Lünen 622.000 Euro an Hundesteuer eingenommen, in diesem Jahr waren es bis zum 16. September 642.500 Euro.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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