Bekommt Lünen statt Hundewald nun Hundewiese?

Prüfauftrag beschlossen

Die Stadt Lünen sollte den ersten Hundewald in Nordrhein-Westfalen bekommen. Das hat landesweit für großes Aufsehen gesorgt. 1,5 Hektar Wald sollten dafür eingezäunt werden. Doch diese Idee ist jetzt vom Tisch. Warum das so ist und was stattdessen geplant ist.

LÜNEN

, 20.09.2017, 16:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bekommt Lünen statt Hundewald nun Hundewiese?

Hier könnte der Hundewald im Bereich Tockhausen gegenüber dem Freibad Brambauer entstehen.

Die Idee von einem Hundewald in Lünen-Brambauer hatte landesweit für ein riesiges Medien-Echo gesorgt. Inzwischen ist der entsprechende Prüfauftrag der Lüner CDU-Fraktion beschlossen – das Wort Hundewald tauchte darin allerdings nicht mehr auf, zur Diskussion steht nur noch eine Hundewiese.

"Prüfen kann man alles!" Da waren sich die Mitglieder des Stadtentwicklungs-Ausschuss Dienstagabend in ihrer mehrstündigen Sitzung im Rathaus weitestgehend einig. Einstimmig, bei zwei Enthaltungen der Grünen, haben sie dem „Hundewald-Antrag“ der CDU zugestimmt. Oder besser, dem „Freilaufzonen“-Antrag für Hunde im Waldgebiet Tockhausen. Wobei Freilaufzone für Hundewiese stehen soll.

Dass der Begriff „Hundewald“ in dem Antrag nicht mehr vorkam, erklärte Jahnke damit, dass es mit dem Wort Wald nicht so einfach sei. Das dürfte nach Informationen unserer Readktion daran liegen, dass die rechtlichen Hürden für einen Hundewald auf dem von Jahnke und dem inzwischen gegründeten „Hundewald Doghausen“-Verein favorisierten Waldgrundstück rechtlich hoch sind.

Bei Wäldern und deren Nutzung hat der Landesbetrieb Wald und Holz NRW ein entscheidendes Wort mitzureden. Deshalb haben Jahnke & Co. auch schon eine alternative Grünfläche in Nähe des Waldgrundstücks ausgemacht, die sich die Verwaltung nun anschauen soll.

„Weil ein Wald laut Gesetz allen Bürgern zugänglich sein muss“, so Grünen-Ratsherr Thomas Matthée zu Beginn der Debatte, „werden wir, auch wenn es sich nur um einen Prüfauftrag handelt, dem nicht zustimmen“. Am Ende enthielten sich die Grünen, obwohl sie mit „einer Hundewiese kein Problem“ haben.

"Für Brambauer eine gute Sache"

Für die CDU-Fraktion erklärte deren Sprecher, Ratsherr Arno Feller, dass die öffentliche Diskussion über den Prüfauftrag im Vorfeld der Sitzung gezeigt habe, dass „eine erhebliche Nachfrage besteht“. Laut CDU käme ein solches Areal, wie es hieß, etwa 6000 Hundebesitzern in Lünen zugute.

Nachdem SPD-Ratsherr Klaus Lamczick noch einmal klargestellt hatte, dass es längst nicht mehr um die Einrichtung eines Hundewalds, sondern vielmehr um eine Hundewiese gehe, spreche aus Sicht der SPD nichts gegen das Vorhaben: „Das ist für Brambauer eine gute Sache. Warum sollen wir nicht auch Hundebesitzer unterstützen?“ Ähnlich äußerte sich Dr. Johannes Hofnagel, Ratsherr und Chef der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL): „Wir begrüßen ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement. Wir sehen keinen Grund für eine Blockadehaltung.“ 

Warten auf das Ergebnis der Verwaltung

Damit war das Thema durch. Bleibt abzuwarten, zu welchem Ergebnis die Verwaltung kommt. Der Grund: Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (GFL) hatte jüngst erklärt, dass Lünen als überschuldete Stadt „beispielsweise für eine Umzäunung oder aber die Reinigung des Arenals nicht aufkommen (kann)“.

Dafür wurde der Verwaltungschef von CDU-Ratsherr Jahnke und SPD-Ratsherr Lamczick aufs Schärfste kritisiert. Unisono erklärten sie, dass die Entscheidung über einen Hundewald nicht von der Verwaltung, sondern von den politischen Gremien getroffen werde.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt