Beatmungs-WG: Nach der Räumung kämpft die Einrichtung vor Gericht um den Weiterbetrieb

dzMediAir an der Gahmener Straße

Vor einem Jahr hat der Kreis eine Beatmungs-WG in Gahmen räumen lassen. „Gefahr für Leib und Leben“ war die Begründung. Die Chefin widersprach den Vorwürfen. Jetzt entscheiden Gerichte.

Lünen

, 10.04.2019 / Lesedauer: 2 min

Am 28. April 2018 hat der Kreis Unna die Beatmungs-WG der Firma MediAir an der Gahmener Straße räumen lassen. Alle Patienten wurden mit Krankentransporten in andere Einrichtungen verlegt. Der Grund laut Kreis Unna: Es habe „Gefahr für Leib und Leben“ gegeben, die Rede war von „gravierenden Mängeln“, die ein Handeln alternativlos machten.

Die Chefin von MediAir, Bettina Kronsfoth, widersprach schon damals: „Bei uns war alles regelkonform“, sagte sie. Auch Angehörige von Bewohnern der Pflege-WG äußerten sich, sie fühlten sich dort gut aufgehoben. Eine ehemalige Mitarbeiterin hingegen berichtete von schlechten Zuständen, wegen denen mehrere Mitarbeiter eine Überlastungsanzeige unterschrieben hätten. Die Lage also war verworren- und bleibt von außen betrachtet weiterhin unklar.

Schon jetzt werden wieder Patienten dort betreut

Ein Gericht wird wohl bald Klarheit bringen müssen. Denn Kronsfoth will darum kämpfen, die Beatmungs-WG wieder öffnen zu dürfen. Zuerst im Eilverfahren, das aber bisher ohne Erfolg. „Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen und das Oberverwaltungsgericht Münster haben entschieden, dass das in einem Hauptverfahren entschieden werden muss“, sagt Kronsfoth. Das war schon im Dezember vergangenen Jahres.

In der Zwischenzeit werden schon wieder zwei Patienten in den Räumen an der Gahmener Straße betreut. Aber in 1:1-Betreuung, nicht als Wohngemeinschaft. Untersagt worden war ja nur der Betrieb der Wohngemeinschaft. Eine ehemalige Mitarbeiterin von Bettina Kronsfoth hat sich selbstständig gemacht und betreut dort eine weitere Person.

Dass dort wieder gepflegt wird, ist dem Kreis bekannt. „Es hat dort auch schon zwei Kontrollen gegeben“, sagt Kreis-Pressesprecherin Constanze Rauert. „Es gab keine Veranlassung, den Betrieb zu untersagen.“

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