Kai Schinck (hinten) von Westfalia Wethmar ist abseits des Platzes glühender Fan des FC Bayern München. © Timo Janisch
Fußball

Bayern-Fan Kai Schinck zu Nagelsmann-Wechsel: „Ich hatte auf Jürgen Klopp gewettet“

Das Hin und Her bei Bayern München hat ein Ende. Julian Nagelsmann wird der neue Trainer beim deutschen Rekordmeister. Doch vor allem ein Akteur erntet von glühenden Bayern-Fans Kritik. Auch in Lünen.

Man könnte sagen, dass es im wahrsten Sinne des Wortes eine Win-Win-Situation ist. Wie am Dienstagvormittag (27. April) bekannt wurde, wechselt mit Julian Nagelsmann einer der gefragtesten Trainer Europas zum FC Bayern München. Für den 33-Jährigen geht damit zeitgleich ein großer Traum in Erfüllung.

Einzig Nagelsmanns aktueller Verein, RB Leipzig, guckt in die Röhre und muss sich einen neuen Übungsleiter suchen. Das Theater der vergangenen Wochen hat derweil auch bei den Bayern-Fans in Lünen Spuren hinterlassen.

Deutliche Kritik an Höhe der Ablöse

Im Normalfall stand Kai Schinck zuletzt für Westfalia Wethmar in der Bezirksliga auf dem Platz. Abseits des Feldes ist der Mittelfeldspieler allerdings glühender Fan des FC Bayern München. Dass Julian Nagelsmann ab Sommer das Kommando beim deutschen Rekordmeister übernehmen wird, kam für den 33-Jährigen allerdings durchaus überraschend.

„Ich hatte eigentlich auf Jürgen Klopp gewettet. Aber mit Nagelsmann kommt ein Trainer, der fachlich auf jeden Fall top ist und einfach auch jedes Spiel gewinnen will. Von daher ist das für Bayern sicherlich ein guter Transfer“, so Schinck, der allerdings zeitgleich die hohe Ablöse von mutmaßlich mindestens 15 Millionen Euro kritisiert.

„Dass gerade in der aktuellen Notlage solche Summen für einen Trainer bezahlt werden, kann nicht richtig sein. Was werden denn dann absolute Top-Spieler im Sommer kosten? Da sind dann ja regelmäßig Ablösen von bis zu 100 Millionen möglich“, betont der TuS-Spieler.

Flick hat Spieler wieder zu alter Stärke geführt

Aus Fan-Sicht hoffe Schinck, dass mit dem vollzogenen Wechsel jetzt wieder etwas Ruhe beim FC Bayern einkehrt. Zuletzt hatte ein öffentlicher Disput zwischen Noch-Trainer Hansi Flick und Sportchef Hasan Salihamidžić für einige Ungereimtheiten und schließlich zur Vertragsauflösung von Flick geführt. Dabei hätte sich der scheidende Trainer laut Schinck einen deutlich besseren Abgang verdient.

„Hansi Flick hat mit dem Verein eigentlich alles gewonnen, was man gewinnen konnte und Hasan Salihamidžić hat in seiner Zeit beim FC Bayern noch nicht einen guten Transfer getätigt. Dass am Ende dann Flick vergrault wird, halte ich für vollkommen schwachsinnig“, erklärt Schinck.

Flick habe dem Bayern-Fan zufolge aus den Spielern in den vergangenen Jahren wieder alles herausgekitzelt. So habe er unter anderem auch Thomas Müller und Jerome Boateng zu alter Stärke verholfen. „Er war wirklich ein sehr, sehr guter Trainer“, so der Wethmarer, „und eigentlich hätte lieber der Salihamidžić gehen sollen. Mit Nagelsmann kommt jetzt aber ein Trainer, der zwar noch keine Titel gewonnen hat, aber ich denke damit sind wir trotzdem ziemlich gut aufgestellt.“

Über den Autor
Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul
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