Bauverein übernimmt am Preußenhafen - Startschuss an der Preußenstraße

dzStadtentwicklung

Der Bauverein hat das Grundstück am Preußenhafen von einer RWE-Tochter übernommen. Bis es hier losgeht, kann es aber noch dauern, im Gegensatz zur Preußenstraße, wo der Starttermin feststeht.

Lünen

, 01.07.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Menschen mit Behinderung können am Preußenhafen nicht mehr parken. Bisher galt eine Art Kulanzregelung mit dem Ordnungsamt - nun gibt es Knöllchen. Das Hafenmeister-Ehepaar Rosel und Heinz Haak kritisierte, dass die Stadt Lünen Behinderte aussperren würde - und obendrein ausgerechnet in der Corona-Zeit die Ordnungskontrollen intensiviert habe.

Letzteres bestätigt Pressesprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage: „Das liegt einfach daran, dass wir in der Corona-Zeit ohnehin verstärkt kontrolliert haben.“ Der Preußenhafen sei ein beliebtes Ausflugsziel, weshalb auch dort das Ordnungsamt die Einhaltung der Corona-Regeln überprüft habe. „Und wenn dann dort Autos im Parkverbot stehen, können die Kolleginnen und Kollege ja nicht wegschauen.“

Dass der alte Parkberechtigungsschein, den Menschen mit Behinderung im Hafenamt abholen konnten, nicht mehr existiert, hat laut Spangardt allerdings nichts mit der Stadtverwaltung zu tun: „Das ist vielmehr der Tatsache geschuldet, dass das Grundstück einen neuen Eigentümer hat.“

Bauverein Lünen übernimmt 42.000 Quadratmeter

Der Stadt gehört nach wie vor der Hafen samt Kai, die anderen Flächen waren zuletzt im Besitz der RWE-Tochter „Gesellschaft für Vermögenswesen“. RWE selbst hatte 2016 unter dem Motto „Wohnen am Wasser“ eine Bebauung für das Grundstück vorgeschlagen, doch der für 2018 geplante Grundsatzbeschluss des Rates kam nie zustande.

Mittlerweile hat RWE ohnehin ganz andere Probleme, weshalb das rund 42.000 Quadratmeter Areal nun zum Verkauf stand - und der Bauverein Lünen zuschlug. „Wir haben das Grundstück Anfang Mai erworben“, erklärt Vorsitzender Andreas Zaremba im Gespräch mit unserer Redaktion.

Gibt es nun doch eine Zukunft für „Wohnen am Wasser“? Grundsätzlich bestätigt Zaremba, dass man sich - ganz im Sinne des Vereins - mit Wohnbebauung am Preußenhafen befasst. „Generell stellen wir uns dort Geschosswohnungsbau vor. Aber es gibt da noch keine konkreten Ideen oder Vorschläge, wie das einmal aussehen könnte.“

Vorstandskollege Matthias Beckmann erteilt einem von Grachten durchzogenen Wohngebiet allerdings eine Absage: „So etwas schwebt uns nicht vor, zumal wir es da mit weiteren Behörden zu tun bekämen, die nochmal ganz andere Bearbeitungszeiten haben.“ Carsten Unterberg, dritter Mann im Bunde des Vereinsvorstands, verweist auf die Geschichte: „Ich glaube, es gibt seit 32 Jahren die Idee, etwas mit diesem Grundstück zu machen. Noch einmal so lange wird es sicher nicht dauern, bis wir dort tätig werden.“

Doch es wird eben noch etwas dauern, denn der Bauverein arbeitet derzeit eine Liste von Projekten ab - unter anderem gleich neben dem Verwaltungssitz an der Langen Straße: die ehemalige Mercedesfläche hat eine neue Umzäunung erhalten, da es mittlerweile häufiger zu Vandalismusfällen gekommen ist. „Wir wollen den Abriss nun zügig angehen, weil wir auch unter dem Gebäude Bodenproben nehmen müssen“, so Andreas Zaremba. Bis zum Baustart für die Wohn- und Geschäftsräume auf dem Areal wird es hingegen noch etwas dauern.

Preußenhafen: Gespräch mit allen Beteiligten

Ganz anders an der Preußenstraße in Horstmar: Nachdem der Stadtrat den notwendigen Beschluss für das Wohnquartier in seiner Sitzung am 25. Juni gefasst hat, kann es dort losgehen: „Die endgültigen Erschließungsarbeiten beginnen am 13. Juli“, fasst Carsten Unterberg den Plan zusammen, der durch einige Änderungen nach hinten verschoben worden war. Parallel zu den Erschließungsarbeiten sollen auch die ersten Baugruben ausgehoben werden.

Was den Preußenhafen angeht, will der Bauverein das Gespräch mit dem Hafenmeister-Ehepaar und dem Ordnungsamt suchen. „Wir müssen uns der Sache erstmal nähern und schauen dann, wie wir das hintereinander kriegen“, so Andreas Zaremba.

80 Millionen Euro in fünf Jahren

  • Der Bauverein Lünen hat derzeit 5470 Wohnungen (Stand 31.12.2019) im Bestand. Neben Lünen befinden sich die Objekte unter anderem in Dortmund, Hamm, Selm und Werne.
  • Rund 7500 Mitglieder zählt der Bauverein. Jedes Mitglied zeichnet bei seinem Eintritt Anteile in Höhe von 600 Euro.
  • In den kommenden vier bis fünf Jahren will der Bauverein Lünen rund 80 Millionen Euro in Neubauprojekte investieren.
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