Bauverein wartet auf Baurecht für Horstmar - Kritik an zu wenig verfügbarem Bauland

dzInvestitionen in Instandhaltung

Die ersten Anfragen für Wohnungen sind schon da. Aber um in den geplanten Neubau in Horstmar einzuziehen, muss man sich noch gedulden. Seit drei Jahren wartet der Bauverein auf Baurecht.

Lünen

, 20.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Pläne sind längst fertig. An der Preußenstraße, auf dem Gelände des früheren Zechen-Verwaltungsgebäudes und Ledigenwohnheims, sollen öffentlich geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen und Eigentumswohnungen entstehen.

Aber seit drei Jahren warten die Verantwortlichen auf das nötige Baurecht. „Wir hoffen, dass wir es 2019 bekommen und wollen dann zeitnah die Bauanträge stellen“, so Vorstand Andreas Zaremba bei der Vorstellung der Bilanz des Bauvereins.

79 Wohneinheiten sollen entstehen

Christian Unterberg, beim Bauverein für die Planungen der Häuser zuständig, hofft, dass die Baumaßnahme dann „Mitte bis Ende 2021 laufen wird.“

Insgesamt sollen 79 Wohneinheiten entstehen, darunter acht Eigentumswohnungen und eine Wohnung zur Gemeinschaftsnutzung. Die ersten Anfragen von Interessenten gibt es schon, sagt Stephan Heupel vom Bauverein.

Außerdem sollen eine Apotheke, eine Doppelarztpraxis, eine Tagespflege, eine Physiotherapie und eine Wohngemeinschaft für ältere Menschen in dem Komplex errichtet werden.

Parkfläche an Preußenstraße entwickeln

Unterberg: „Die alte Fassade wollen wir als Fragment aus früheren Tagen stehen lassen.“ Das derzeitige Gebäude dahinter muss jedoch abgerissen werden, weil die Bausubstanz deutlich unter dem jahrelangen Leerstand gelitten habe.

Der Bauverein habe, so Unterberg, der Stadt auch angeboten, die angrenzende Parkfläche zwischen Tankstelle und Gebäude zu entwickeln und „dort einen vernünftig gestalteten Parkplatz“ zu errichten. Bewirtschaftet wird er dann von der Stadt.

Bauverein wartet auf Baurecht für Horstmar - Kritik an zu wenig verfügbarem Bauland

Stellten die Bilanz und die Projekte des Bauvereins vor: (v.l.) Uwe Ringelsiep, Georg Siebert (beide nebenamtlicher Vorstand), hauptamtlicher Vorstand Andreas Zaremba und die Mitarbeiter Stephan Heupel und Carsten Unterberg. © Beate Rottgardt

Zaremba bedauert es, dass es in Lünen „eigentlich keine Flächen für Wohnbebauung“ mehr gäbe. Da seien andere Städte wie Selm und Kamen besser aufgestellt.

„Allerdings gibt es den Masterplan Wohnen, an dem wir und die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) auch mitgearbeitet haben“, so Zaremba. Bis der Masterplan allerdings „auf dem Markt“ sei, dauere es.

Wenn es dann Flächen gäbe, seien es, so Heupel, häufig Industriebrachen mit großen Nachteilen.

Singlewohnungen und innerstädtisches Wohnen gefragt

Zaremba: „Diese Probleme treffen viele Gesellschaften unseres Verbandes. Natürlich versteht man auch die Städte, die Grundstücke an den meist Bietenden verkaufen, mit Blick auf ihren Haushalt.“

Ohnehin habe sich die Gesellschaft und damit auch die Wünsche der Mieter geändert. Unterberg: „Viele Leute wollen Singlewohnungen. Und das innerstädtische Wohnen ist in Lünen stark gefragt.“

Auch deshalb hofft der Bauvereins-Vorstand, den Zuschlag für die bisherige Mercedes-Fläche an der Lange Straße zu bekommen. Zaremba: „Wir wollen da was Gescheites hinbauen, eine Kombination aus Geschäften und bezahlbarem Wohnraum.“

Wünsche der Mieter haben sich geändert

Auch barrierefreie Wohnungen sind mittlerweile bei den Mietern beliebt. „Das war vor 15, 20 Jahren noch anders. Da wollte kaum jemand eine bodengleiche Dusche in der Wohnung“, so Zaremba.

43 Prozent der Mieteinnahmen gehen in den Bestand für Instandhaltung und Modernisierung. 10,1 Millionen Euro (inklusive eigener Leistungen) hat der Bauverein im vergangenen Jahr dafür investiert.

Bauverein beschäftigt am liebsten regionale Unternehmen

Zaremba: „Unsere Durchschnittmiete liegt bei 5,15 Euro pro Quadratmeter. Damit liegen wir noch unter der geforderten Sozialmiete bei Neubauten.“

Wert lege man darauf, regionale Unternehmen zu beschäftigen: „Deren Mitarbeiter sind auch oft sogar unsere Mieter.“

Alle Neubauten seien mit einem kleinen Medienverteiler ausgestattet, der eine Vernetzung innerhalb der Wohnung ermöglicht.

Bauvereins-Bilanz

Neue Projekte in Selm und Kamen

  • Der Jahresüberschuss ergab für 2018 2.326.000 Euro.
  • 5438 Wohnungen sind im Bestand des Bauvereins. Außerdem 3813 Garagen und Stellplätze.
  • Unter den 170 gewerblichen Einheiten sind drei Kindergärten, vier Pflegeeinrichtungen, die Lüner Polizeiinspektion, das Bauverein-Verwaltungsgebäude, ein Bauhof, zwei Facharztzentren, drei Parkhäuser, drei Arbeitsämter und der Lüner Hauptbahnhof. Außerdem die 50-prozentige Beteiligung am Rathaus Lünen.
  • Am 4. Juli wird ein Bauprojekt des Bauvereins in Kamen mit 60 Wohnungen und 50 Pflegeplätzen sowie einem ärztlichen Dienstleistungszentrum eröffnet. In Selm plant der Bauverein auf dem „Campus“ Wohn- und Gewerbebebauung.
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