Die Hauptstelle der Sparkasse an der Lippe in Lünen an der Graf-Adolf-Straße. Hier ist das Überweisungsterminal mit Sitzmöglichkeit ersetzt worden. © Torsten Storks (A)
Fehlende Sitzterminals

Bankgeschäfte nur im Stehen: Sparkassen-Kundin wartet endlich auf Lösung

Eine schnelle Lösung hatte die Sparkasse versprochen, damit Kunden wieder im Sitzen Bankgeschäfte erledigen können. Seit drei Monaten ist nichts passiert. Grund sei ein Branchenproblem.

Drei Monate ist es inzwischen her, dass Bernd Wieck, Abteilungsleiter Vorstandsstab der Sparkasse an der Lippe, versprach, „die Situation schnell und unbürokratisch zur Zufriedenheit“ zu lösen. Mehrere Sparkassen-Kunden, namentlich die Seniorin Helga Häger (82), hatten kritisiert, ihre Bankgeschäfte nach einem Umbau nicht mehr im Sitzen ausführen zu können. Das niedrige Überweisungsterminal, das es dahin an der Hauptstelle an der Graf-Adolf-Straße, gegeben hatte, war ersatzlos abgebaut worden. Jetzt gibt es nur noch Stehterminals. Ein Problem für Gehbehinderte wie Helga Häger oder auch Menschen im Rollstuhl. Bernd Wiecks Versprechen, eine fest montierte Stehsitzmöglichkeit zu installieren, ist bisher nicht erfüllt.

Kundin fühlt sich verhohnepiepelt

„Es ist gar nichts passiert“, berichtet die Seniorin, die zuletzt Anfang dieser Woche die Sparkassen-Hauptstelle besuchte. „Man kommt im Sitzen zwar an den Bildschirm, lesen kann man aber nichts“, sagt sie. „Ich finde es nicht richtig, blumige Versprechen zu geben“, ärgert sie sich, „die aber nicht zu halten.“ Dadurch fühle sie sich klar „verhohnepiepelt“.

Bernd Wieck bekräftigt seinerseits seinen guten Willen, die Situation zur Zufriedenheit der älteren oder behinderten Kunden zu lösen. Er verweist aber auf die allgemeinen Schwierigkeiten, mit denen alle Handwerksprojekte konfrontiert seien. „Ich selbst warte seit vier Monaten auf einen Maler“, erzählt er. „Um die Stehsitzkonstruktion zu installieren sind wir auf einen Metallbauer angewiesen“, fügt er hinzu. „Und der war nicht leicht zu bekommen.“

Schwierigkeiten mit Material

Einer sei abgesprungen. Inzwischen sei aber ein anderer gefunden worden, der das Projekt übernehmen möchte. Um den Kunden die größtmögliche Sicherheit zu bieten müsse die Konstruktion fachgerecht im Boden verankert werden. Die Übergangslösung aus beweglichen Stehsitzhilfen habe sich nicht bewährt.

Darüber hinaus sei es – bekanntermaßen – schwierig Baumaterial zu beschaffen, insbesondere das benötigte Metall. „Das Projekt ist angelaufen“, versichert Wieck, „für seinen Abschluss kann ich allerdings noch keinen Zeitraum nennen.“ „Schnellst möglich“, so seine Aussage.

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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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