Bäume fällen in der Klimakrise: Weihnachtsbaumhändler ziehen Bilanz für Lünen

dzKlimabewusstsein

Weihnachtsbäume gehören zum Fest einfach dazu. Aber ist es in Zeiten der Klimakrise überhaupt sinnvoll, Bäume für ein paar Tage abzuholzen? Wir haben bei den örtlichen Händlern nachgefragt.

von Kristina Gerstenmaier

Lünen

, 09.01.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit Umweltfragen und suchen nach Möglichkeiten, ihr Leben nachhaltig und klimaneutral zu gestalten. Da passt es eher nicht ins Bild, einen Tannenbaum abzuholzen, ihn ein paar Tage ins Wohnzimmer zu stellen und anschließend auf den Haufen fürs Osterfeuer zu werfen.

Aber der Baum gehört nunmal zum festen Bestandteil der Weihnachtskultur, weshalb eigentlich auch niemand auf ihn verzichten möchte. Es gäbe natürlich die Alternative einer wiederverwertbaren Plastiktanne. Aber kann damit wirklich Weihnachtsstimmung aufkommen - und ist eine solche Tanne aufgrund ihrer Herstellung ökologisch wirklich sinnvoller?

Kurzum: Wer Weihnachten mit Baum will, kommt um die klassische Tanne nicht herum.

Plastikbäume waren weniger gefragt

Diese Erfahrung haben auch die Weihnachtsbaumverkäufer in Lünen gemacht. Unterm Strich sind sie mit der Saison 2019 zufrieden: „Bei uns ist es gut gelaufen“, sagt Annette Giesebrecht vom gleichnamigen Gartencenter in Niederaden, die wie jedes Jahr Nordmanntannen aus Dänemark im Angebot hatte. „Sogar besser als im vergangenen Jahr.“

Im zweiten Jahr in Folge gab es bei Giesebrecht auch Biotannen. Diese Bäume sind ungespritzt und können sechs bis sieben anstatt der sonst üblichen fünf Jahre wachsen, ehe sie abgeholzt werden. „Die Biotannen waren restlos ausverkauft“, so Annette Giesebrecht.

Auch im Toom-Baumarkt am Buchenberg lief der Baumverkauf besser als im Jahr zuvor. Von 1800 verkauften Tannen seien hier etwa ein Drittel Biotannen gewesen, nachdem man sie 2018 zunächst testweise im Verkauf hatte. „Der Weihnachtsbaumverkauf war zufriedenstellend“, zieht Kai Senbach, Filialleiter in Lünen, Bilanz. „Wir haben 180 Bäume mehr verkauft als im Jahr zuvor.“

Die Plastikbäume hätten sich hingegen schlechter verkauft als 2018.

Sauerländer eher unzufrieden

Etwas andere Töne kommen aus dem Sauerland: „Bei mir war der Verkauf in dieser Saison sehr durchwachsen, eher ins Negative hinein“, sagt Gottfried Erves. Der Weihnachtsbaumzüchter aus dem Sauerland verkauft schon seit vielen Jahren auf dem Platz vor Edeka Patzer seine Tannen.

An Lünen kann es jedoch nicht gelegen haben: Im Vergleich zum Vorjahr habe er hier ungefähr fünf Prozent mehr verkauft. „Da ist mir allerdings zugute gekommen, dass es vor dem Kaufland in diesem Jahr keinen Verkauf gegeben hat“, vermutet er.

Aber insgesamt habe er keine Chance gegen Discounter, die ebenfalls mancherorts Bäume verkaufen. „Das Weihnachtsbaumgeschäft ist eben ein sehr spezielles“, sagt er. „Der Weihnachtsbaum ist das einzige Produkt, das am 24. um Punkt zwölf Uhr nicht mehr zu verkaufen ist.“

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