Wo das Auto gegen die Grundstücksmauer geprallt ist, ist nicht zu übersehen © Jura Weitzel
Polizeieinsatz

Auto kracht auf Grundstück: Schneise der Zerstörung in Bork

Den ohrenbetäubenden Knall am Neujahrsmorgen wird ein Borker nicht so schnell vergessen. Es handelte sich nicht um einen verspäteten Böller. Ein Autofahrer war auf sein Grundstück gekracht.

Um 5 Uhr morgens war die Nacht vorbei. Die Bewohner des Hauses, das direkt an der Einmündung der Borker Straße auf die Lünener Straße liegt, schreckten am Neujahrsmorgen aus dem Schlaf auf. Ein ohrenbetäubender Krach hatte sie geweckt. Dabei hatten sich die Menschen zum Corona-Jahreswechsel mit lautem Böllern eigentlich zurückgehalten. Der Knall kam auch nicht von Raketen am Himmel, sondern von einem Auto vor der Hauswand.

Der Hausbesitzer reagierte sofort und wählte den Notruf. Während Polizei und Notarzt anrückten, zeichnete sich in der Dunkelheit Stück für Stück die ganze Tragweite des Geschehens ab.

Schneise der Zerstörung auf dem Grundstück

Ein Autofahrer hatte die Gewalt über sein Fahrzeug verloren, war damit von der Lünener Straße auf das Hausgrundstück geraten, mehrfach kollidiert – mit Mauern, Baum und parkendem Auto – und erst etwa zehn Meter weiter zum Stehen gekommen: auf dem Dach. Der 32-jährige Fahrer zog sich zwar Verletzungen zu, es hätte aber viel schlimmer enden können für ihn angesichts Wucht des Aufpralls und der Schneise der Verwüstung, die er dabei angerichtet hat.

Als die Polizei eintraf, stellte sie sofort fest. Nicht allein ein Fahrfehler und vermutlich zu hohes Tempo waren die Ursache für den folgenschweren Unfall. Der Fahrer des Audi – ein 32-Jähriger aus Selm – verhielt sich auch auffällig. Und hatte eine Fahne. Er hätte sich, den Hausbewohnern an der Lünener Straße und den Rettungskräften einen Gefallen getan, wenn er dem allgemeinen Appell gefolgt wäre, den Jahreswechsel besser auf dem heimischen Sofa zu feiern. Der Rettungswagen brachte ihn ins Krankenhaus- um dort seine Wunden zu versorgen, aber auch, um dort eine Blutprobe zu entnehmen und zu ermitteln, wie hoch der Alkoholgehalt im Blut genau war.

Grundsätzliches Problem: Hohes Tempo im Einmündungsbereich

Für den Hausbesitzer fing der erste Tag des Jahres mit Schadensermittlung an und mit Aufräumen. Wrackteile des Audis lagen über das ganze Grundstück verstreut. Einige hingen in der Hecke. Die Birke an der Hausecke ist fast gefällt. Die verstreuten Autoteile stammen aber nicht nur von dem Unfallwagen, dem Audi. Auch das vorm Haus geparkte Auto des Hausbesitzers ist durch den Unfall arg in Mitleidenschaft gezogen worden: jede Menge zu tun – nicht nur für die Bewohner, sondern auch für die Mitarbeiter der betroffenen Versicherungen.

Nicht nur die Schadensregulierung beschäftigt den brutal aus dem Schlaf gerissenen Hausbesitzer. Ihm geht es auch um ein grundsätzliches Problem: das Tempo auf der Lünener Straße. 70 Stundenkilometer schnell dürfen die Fahrzeuge vor seiner Haustür und damit auch vor der Einmündung Borker Straße in Richtung Cappenberg fahren. Viel zu viel, wie der Mann meint, der sich stark macht für Tempo 50. Er beobachtet regelmäßig brenzlige Situationen – die meisten wegen überhöhter Geschwindigkeit. Jetzt auch wegen Alkohol am Steuer.

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Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe
Redaktion Selm
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