Auch am 2. März werden an der B54 / Dortmunder Straße noch Rodungen für den Ausbau der Straße vorgenommen. Die Arbeiten haben sich verzögert und laufen auch in der Schutzzeit (Start 1. März) weiter. © Goldstein
Großbauprojekt

Ausbau der B54: Ärger um Baumfällungen in Lünen trotz Schutzzeit

Die Rodungsarbeiten für den Ausbau der B54 / Dortmunder Straße sollten eigentlich abgeschlossen sein. Nach Beginn der Schutzzeit fallen aber weiter Bäume. Das ärgert nicht nur einen Anwohner.

Mit Beginn der Schutzzeit am 1. März dürfen Bäume nicht mehr gefällt, Hecken und Sträucher nicht mehr auf den Stock gesetzt werden. Die Rodungsarbeiten für den Ausbau der B54 / Dortmunder Straße in Lünen laufen jedoch auch in der ersten Märzwoche noch weiter. Genauer gesagt: diverse große Bäume werden dort noch gefällt. Träger für das Großprojekt ist der Landesstraßenbaubetrieb Straßen.nrw.

Dieter Kuhne ärgert sich: „Dassdie Behörden in dieser Art mit Gesetzen umgehen, finde ich zum Kotzen“, so die deutlichen Worte des Lüner Jägers und Immobilienmaklers. Und mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Auch Willi Dickhöfer vom Arbeitskreis Umwelt und Heimat Lünen sagt: „Straßen.nrw hat doch genug Zeit gehabt, das im Herbst oder Winter zu erledigen.“

Ausnahmegenehmigung ist freiwillig

An einer Außnahmegenehmigung, erteilt vom Kreis Unna, scheitert es nicht. Bis zum 6. März ist die gültig, wie eine Sprecherin von Straßen.nrw am Dienstag (3. März) auf Anfrage unserer Redaktion angibt. Ursprünglich hätten die Arbeiten auch rechtzeitig vor Beginn der Schutzzeit abgeschlossen sein sollen, allerdings habe der Wintereinbruch Anfang Februar für Verzögerungen gesorgt.

Die Ausnahmegenehmigung für die Arbeiten gilt laut Straßen.nrw bis zum 6. März. Aber auch ohne die dürften die Bäume gefällt werden, wie der Kreis Unna bestätigt.
Die Ausnahmegenehmigung für die Arbeiten gilt laut Straßen.nrw bis zum 6. März. Aber auch ohne die dürften die Bäume gefällt werden, wie der Kreis Unna bestätigt. © Dieter Kuhne / privat © Dieter Kuhne / privat

Die Arbeiten starteten am 18. Februar. Auch da hatte es noch geheißen, die Rodung sollten bis Ende Februar abgeschlossen sein, mit Blick auf die Schutzzeit. Büsche und Sträuche konnten noch rechtzeitig entfernt werden, die Bäume sind jetzt an der Reihe.

Genau genommen bräuchte Straßen.nrw dafür auch keine Ausnahmegenehmigung. „Für die Rodungsarbeiten im Zuge des Ausbaus der B54 in Lünen wird keine Genehmigung benötigt, weil es für behördlich durchgeführte oder angeordnete Maßnahmen eine Ausnahme gibt“ erklärt Kreissprecherin Birgit Kalle auf Anfrage dazu. „Freundlicherweise hat Straßen.NRW die Arbeiten trotzdem beim Kreis Unna angezeigt und auch mitgeteilt, dass es eine ökologische Baubegleitung gibt.“

Bäume auf bewohnte Nester prüfen

Das heißt laut Straßen.nrw: „Unsere Mitarbeiter prüfen, ob Nester in den Bäumen genutzt werden.“ Sollte dieser Fall eintreten würde der Baum stehen bleiben, die Pläne müssten geändert werden. Wie genau das aussehen soll, dazu gibt es keine konkrete Antwort, es sei ein sehr unwahrscheinlicher Fall, heißt es weiter.

Für Willi Dickhöfer reichen diese Aussagen nicht. Es gehe auch nicht darum den Ausbau zu verhindern. „Das muss schon sein. Und manchmal müssen dafür auch Bäume fallen, so weh es tut.“ Als Bürger müsse man sich an Gesetze halten und mit einer Strafe rechnen, sollte man nach Beginn der Schutzzeit etwa die eigene Hecke auf den Stock setzen.

„Von so einer großen Behörde kann ich doch erwarten, dass das besser organisiert wird. Die machen das doch jeden Tag.“

Kosten und Zeitplan

Großprojekt Ausbau B54

  • Der Ausbau der B54 / Dortmunder Straße auf vier Spuren ist seit langem geplant und kostet rund 15 Millionen Euro.
  • Die Arbeiten sollten ursprünglich im vierten Quartal 2020 beginnen, hatten sich aber verzögert. Baustart ist jetzt das Frühjahr 2021.
  • Auch die Fahrbahndecken der B236 und Brambauer Straße / L654 sollen erneuert werden.
  • Der Ausbau soll bis 2023 fertiggestellt werden.
  • Im Laufe der Arbeiten wird es auch zu Sperrungen kommen bevor der Verkehr auf den neuen Straßen dann deutlich besser fließen soll.
Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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