Aufschwingende „Europa-Schlaufe“ soll Lüner Europaplatz funkeln lassen

dzKunstwerk

Der Lüner Europaplatz neben dem Rathaus bekommt ein Kunstwerk - und zwar Anfang des kommenden Jahres. Es wird acht Meter hoch sein und funkeln. Eine Jury hat das Objekt ausgewählt.

von Julian Beimdiecke

Lünen

, 24.09.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine „aufschwingende, zwölfwinklige Schlaufe“ mit über acht Metern Höhe und vier Metern im Durchmesser, in denen zwölf Leuchtsysteme für ein Funkeln sorgen - so beschreibt der Förderverein für Kunst und Kultur in Lünen (FKKL) das Kunstwerk, das bald auf dem Europaplatz in Lünen stehen soll. Am Dienstag (22.9.) wurde das Objekt vorgestellt. Nach Auffassung der elfköpfigen Jury erfüllt das Kunstwerk des Berliner Künstlers Jan-Peter E. R. Sonntag die Vorgaben am besten - und überzeugte damit sowohl in den Kategorien des künstlerischen Gehalts, der Wahrnehmbarkeit und der technischen wie finanziellen Umsetzbarkeit.

Anknüpfungspunkte an Europa

Der zum Teil hochkarätig besetzten Jury - Professor Matthias Wagner K, Direktor des Museums für angewandte Kunst in Frankfurt am Main, übernahm den Vorsitz - gefielen vor allem die Details des Kunstwerks, in denen sich immer wieder Anknüpfungspunkte an Europa finden lassen. „Zum Beispiel ist jedes der zwölf eingebauten Lichtsysteme technisch autonom - wie die Staaten Europas“, erklärt der FKKL-Vorsitzende Bernhard Schreiter, der ebenfalls der Jury angehörte. „Außerdem sind die Lichter zufallsgesteuert, sodass sich immer ein Funkeln ergibt, das sich nicht wiederholt. Immer wieder blitzt etwas auf - wie einzelne Themen in Europa und somit die ganze Lage hier.“ Eine Stromanschluss ist übrigens trotz des Funkelns nicht nötig: Die Energie kommt von der Sonne.

Bei der Bekanntgabe dabei waren: Peter Freudenthal (2.v.l.), Herbert Hamann (2.v.r.) und Bernhard Schreiter (r.) vom Förderverein Kunst und Kultur Lünen sowie von Sponsorenseite Michael Jordan (l.) von Aurubis und Norbert Mecklenburg (M.) von der Volksbank in Lünen.

Bei der Bekanntgabe dabei waren: Peter Freudenthal (2.v.l.), Herbert Hamann (2.v.r.) und Bernhard Schreiter (r.) vom Förderverein Kunst und Kultur Lünen sowie von Sponsorenseite Michael Jordan (l.) von Aurubis und Norbert Mecklenburg (M.) von der Volksbank in Lünen. © Beimdiecke

Diese Details waren es, die letztendlich - trotz starker Konkurrenz - den Ausschlag für Sonntags Idee gegeben haben. Dabei waren gleich drei weitere Vorschläge in der engeren Auswahl, die der Jury ebenfalls gefielen. Ursula Molitor und Vladimir Kuzmin aus Köln wollten einen mit Farbe und Licht konstruierten Kreis, der bis zu dreieinhalb Meter hoch sein sollte, auf dem Platz installieren.

Anny und Sibel Özturk aus Offenbach schlugen vor, zum einen Markierungen auf dem Boden anzubringen, die von der Form her an Bergbauflöze unter Tage erinnern. Zum anderen sollte eine Laterne auf den Platz gestellt werden, an der Interviews mit Lüner Bürgern aus europäischen und nicht-europäischen Ländern zu hören sein sollten.

Idee Lüner Künstler aufgreifen

Ein weiterer Vorschlag kam aus Lünen: Die Künstler Simone Prothmann und Siegfried Krüger hatten die Idee, mit einem Beamer künstlerische Videos, etwa von tanzenden Figuren, auf den Platz zu projizieren. Das gefiel der Jury so gut, dass sie vorschlug, dies zeitweise an anderer Stelle in der Stadt umzusetzen.

Auf den Europaplatz kommt nun aber bald die Schlaufe - Anfang 2021 soll das Kunstwerk bereits installiert werden. Die Kosten dafür trägt der Förderverein mithilfe von Sponsoren.

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