Asienreisen: Auch Lüner von Absagen betroffen wegen Corona-Virus

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Reedereien holen ihre Kreuzfahrtschiffe aus Asien zurück, Veranstalter sagen Reisen nach Asien ab. Auch Lüner sind von diesen Folgen des Corona-Virus betroffen.

Lünen

, 22.02.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Derzeit gibt es Infos von vielen Reedereien an ihre Kunden, die eine Asien-Kreuzfahrt geplant haben. Viele dieser Reisen werden wegen des Corona-Virus abgesagt. Damit das Ganze nicht so endet wie für die Passagiere der „Diamond Princess“, die zwei Wochen in Japan unter Quarantäne auf dem Schiff gesetzt wurden. Und von denen sich offenbar auch einige mit dem Virus angesteckt haben.

Mittwochabend (19.2.) im Lüner RTS-Reisebüro an der Bäckerstraße. Ein Kunde hatte von Aida gerade die Absage für seine lang geplante Asien-Kreuzfahrt bekommen. Wegen des Corona-Virus. Das Geld für diese Kreuzfahrt bekommt er zurück. Aber der Urlaub scheint dahin. Doch Romina Schink, Reiseverkehrskauffrau im Reisebüro, konnte helfen. „Er hat sich für eine andere Kreuzfahrt mit Aida entschieden, die zeitlich in seinen geplanten Urlaub passte.“ Der Lüner reist jetzt durchs Mittelmeer.

Mehrere Reedereien sagen Asien-Kreuzfahrten ab

Die Rostocker Aida-Reederei hat, so Romina Schink, alle geplanten Asien-Kreuzfahrten abgesagt und die Schiffe, die derzeit in diesen Gewässern kreuzten, zurück nach Deutschland beordert.

Auch andere Reedereien haben ihre geplanten Asien-Kreuzfahrten aufgrund des Ausbruchs des Corona-Virus abgesagt. Die amerikanische Reederei „Norwegian Cruise Line“ hat die Asien-Kreuzfahrten sogar bis Dezember ausgesetzt. „Ein Schiff der Tui-Mein Schiff-Flotte ist derzeit noch in Asien unterwegs,“ so Romina Schink. Sie hat auch eine Erklärung, warum die Reedereien so vorsichtig reagieren. „Auf einem Kreuzfahrt-Schiff sind viele Menschen auf engem Raum zusammen, da kann sich ein Virus schnell verbreiten.“ Ähnlich wie schon mehrmals beim Noro-Virus, der auch schon auf einigen Schiffen für große Probleme sorgte.

Die Absage einer Asien-Kreuzfahrt aufgrund der Gefahr durch den Corona-Virus stellte auch einen Kunden des Reisebüros Horn vor Probleme. Ursprünglich wollte er nach einer bereits angetretenen Rundreise durch Neuseeland und Australien eine Kreuzfahrt mit Zielen in Asien und dem Endpunkt Singapur unternehmen. Von Singapur aus sollte es dann mit dem Flugzeug wieder nach Hause gehen.

In Singapur wollte der Kunde des Reisebüros Horn das Schiff verlassen und nach Hause fliegen. Nun ist die Kreuzfahrt abgesagt worden.

In Singapur wollte der Kunde des Reisebüros Horn das Schiff verlassen und nach Hause fliegen. Nun ist die Kreuzfahrt abgesagt worden. © picture alliance/dpa

„Dank der modernen Kommunikationsmöglichkeiten konnten wir ihm von hier aus helfen“, so Joachim Horn. Man habe das Beste aus der Situation gemacht, der Kunde verlängert jetzt seine Rundreise durch Australien und wird auch vom fünften Kontinent aus wieder zurück fliegen. Das Ganze organisierte Joachim Horn von hier aus.

Andere Kunden seines Reisebüros haben Asien-Rundreisen gebucht, die aber erst in einigen Wochen starten sollen. „Auch China-Rundreisen sind bei uns gebucht worden. Die Kunden haben sich entschieden, abzuwarten, wie es sich weiter entwickelt“, so Horn. Die ersten dieser Reisen sollen um Ostern herum stattfinden.

Scheinbare Schnäppchen können teuer werden

Probleme könnte es für Leute geben, die beispielsweise im Internet einen preisgünstigen, nicht stornierbaren Flug nach Asien gebucht haben und dort eine Kreuzfahrt starten wollten, die sie separat gebucht haben. Wenn die Schiffsreise abgesagt wird, bekommen die Kunden zwar ihr Geld für die gebuchte Kreuzfahrt zurück, doch bei den Kosten für den Flug kann es dann schwierig werden. „Viele Leute buchen solche Flüge und Kreuzfahrten schon ein Jahr im Voraus“, so Horn.

Joachim Horn konnte einem Kunden helfen, der derzeit durch Australien reist und dessen Kreuzfahrt nach Singapur abgesagt worden war.

Joachim Horn konnte einem Kunden helfen, der derzeit durch Australien reist und dessen Kreuzfahrt nach Singapur abgesagt worden war. © Beate Rottgardt (A)

Ähnlich sehe es aus, wenn man über ein Hotelportal ein Hotel in Asien gebucht und schon bezahlt habe, nun aber nicht mehr reisen will. „Da wird es wahrscheinlich auch problematisch, das Geld zurück zu bekommen“, so Horn. Und weiter: „Die Kriseninterventionsteams der Fluggesellschaften, der Reiseveranstalter, des Auswärtigen Amtes sowie des Deutschen Reiseverbandes beobachten die Situation in enger Abstimmung, um bei einer möglichen Eskalation zum Schutz der Reisenden sofort reagieren zu können.“

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