Arbeitslos und Rosenkrieg: So erklärt eine Lüner Diebin, warum sie auch Drogen dabei hatte

dzAmtsgericht

Tränen flossen im Gerichtssaal. Das Leben einer Lünerin war aus der Bahn geraten: Nachdem sie Kleidung gestohlen hatte, wurden bei ihr auch noch Drogen gefunden. Eine Strafe gab es trotzdem.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 24.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einer schwierigen Lage beging eine Lünerin einen Ladendiebstahl. Sie wurde erwischt und bei der Gelegenheit wurden auch noch Drogen in ihrer Tasche entdeckt. Vor Gericht offenbarte sie nun, wie es so weit kommen konnte.

Kleidung für 75 Euro, so der Vorwurf, steckte die 40-Jährige am Nachmittag des 11. Mai in einem Lüner Geschäft in ihre Handtasche. Sie wurde dabei beobachtet und gestoppt, bevor sie den Laden verlassen konnte. Doch dem nicht genug: In besagter Tasche mit der Beute waren auch 0,7 Gramm Amphetamin gelagert. Der Diebstahl und der unerlaubte Drogenbesitz kamen zur Anzeige.

Beziehungsprobleme und Geldsorgen

Sichtlich betreten erschien die Lünerin vor dem Amtsgericht und kämpfte von Beginn an darum, die Fassung zu wahren. Dennoch flossen immer wieder Tränen. Die Vorwürfe, bis auf die Anzahl und den Wert der geklauten Kleidungsstücke, wollte sie nicht in Abrede stellen, aber erklären, in welcher Situation sie sich damals befand. Ein Todesfall in der Familie, Rosenkrieg mit dem Ex-Mann, Arbeitslosigkeit, erhebliche Probleme in der neuen Beziehung, massive finanzielle Sorgen und weitere Schwierigkeiten hätten dafür gesorgt, dass alles aus dem Ruder gelaufen sei.

Und dann habe sie aus dem Freundeskreis auch noch Amphetamin zum Testen erhalten. Das habe sie probiert und die Folge sei, dass sie den Führerschein verloren habe. Der Blick zurück machte die 40-Jährige selbst fassungslos: „Ich kann das gar nicht nachvollziehen, was ich da gemacht habe. Ich kann nicht mehr in den Spiegel gucken. Ich weiß nicht, was da in mich gefahren ist“, beteuerte sie und gab dann zu: „Irgendwie war mir dann alles egal.“

Schon einmal wegen Diebstahl verurteilt

Die Richterin insistierte und warnte sie vor dem erneuten Konsum von Amphetamin. Zumal das, wenn sie es in der Wohnung lagere, auch sehr gefährlich für ihren kleinen Sohn sei. Nicht auszudenken, wenn der an die Drogen gelange. Auch erinnerte sie die Lünerin, was den Vorwurf des Diebstahls betraf, an eine einschlägige Vorverurteilung aus dem vergangenen Jahr.

Diese Vorbelastung sprach letztlich gegen die 40-Jährige. Zu ihren Gunsten wirkten sich das Geständnis, die glaubhafte Reue und die Annahme aus, dass der Wert der Beute tatsächlich etwas niedriger war. Darüber hinaus hatte die Richterin ein gewisses Verständnis für die damalige Situation der Angeklagten, auch wenn die, wie sie betonte, die Taten nicht entschuldigen könne.

Eine Strafe müsse es dennoch geben. Wobei sie davon überzeugt sei, dass sie die Lünerin nun nicht mehr im Gerichtssaal sehen werde. Die Verhandlung endete schließlich mit 300 Euro Geldstrafe.

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