Volker Brüning und sein Team sind gut auf die Nachfrage von FFP2-Masken vorbereitet. © Denise Felsch
Corona-Selbsttests

Apotheker zu Selbsttests: „Ein Schritt in Richtung Normalität“

Privatpersonen können sich bald Corona-Selbsttests kaufen und durchführen. Das birgt Potenzial für die Zukunft meint Apothekensprecher Volker Brüning. Es gibt aber auch Risiken.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel hat die ersten drei Zulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Privatpersonen erteilt. Diese so genannten Laientests oder Selbsttests können von jedem angewendet werden und benötigen keine Aufsicht von medizinischem Fachpersonal. Wichtig ist, dass Personen, die sich selbst positiv testen, daraufhin korrekt handeln.

„Wer einen Selbsttest durchführt und ein positives Ergebnis erhält, muss umgehend in Quarantäne und das Ergebnis von einem Arzt mittels PCR-Test überprüfen lassen“, sagt Max Rolke, Pressesprecher des Kreises Unna. Darin liege jedoch auch das Risiko der privaten Testung: Bei Schnelltests, die in Apotheken und Arztpraxen durchgeführt werden, wird die Meldung einer Testung verpflichtend vorgenommen.

Meldepflicht beim Gesundheitsamt

Im privaten Gebrauch ist es Sache der getesteten Person, beim Gesundheitsamt Meldung zu machen. „Wer eine mögliche Infektion verschweigt, bringt andere in Gefahr – damit ist nicht zu spaßen“, so Rolke. Deshalb gelte der dringende Appell an alle, die einen Selbsttest durchführen, sich über bestehende Regeln zu informieren – auch für den Fall, dass ein Schnelltest positiv ist.

Wer sich nicht daran hält, muss mit Konsequenzen rechnen – denn das ist eine Verletzung der Quarantäneverordnung. Das kann laut Rolke von einer Ordnungsbehörde mit einem Bußgeld belegt werden. Zudem ist eine positiv getestete Person verpflichtet, alle Personen zu unterrichten, zu denen sie in den letzten vier Tagen Kontakt hatte. Weitere Pflichten listet das Land NRW in der Quarantäneverordnung auf der offiziellen Internetseite auf.

Neben dem Risiko, dass eine positiv getestete Person sich nicht selbst meldet, besteht auch die Gefahr einer falschen Anwendung im Hausgebrauch. „Deshalb ist es umso wichtiger, sich zu informieren und die Packungsbeilagen genau zu lesen und exakt einzuhalten“, sagt Rolke. Wenn Selbsttests sachgerecht angewendet werden, könnten sie ein bewährtes Mittel sein, vielleicht sonst unerkannte Infektionen aufzudecken und Infektionsketten zu unterbrechen.

Zusätzliche Aufklärung wichtig

„Zusätzliche Aufklärung bezüglich der Tests wäre gut“, sagt Volker Brüning, Sprecher der Apotheken im Nordkreis Unna und Leiter von mehreren Apotheken in Lünen und Selm. Für ihn steht noch nicht fest, wie sinnvoll die Tests sein werden – doch er sieht darin auch eine wichtige Möglichkeit. „Es ist gut für die Schulen oder auch für Mitarbeiter eines Betriebs, die sich krank fühlen und einfach rückversichern wollen, dass sie eine Infektion mit Corona ausschließen können.“

Es sei vor allem auch gut für Veranstalter und die Gastronomie, dass der Zugang zu Tests erweitert wird. „Irgendwie muss die Wirtschaft wieder weiterlaufen. Das ist ein Schritt zur Normalität.“

Vertrieb der Tests ab nächster Woche

Die Apotheken hoffen auf den Vertrieb der Tests ab kommender Woche. „Wir mussten warten, bis die zusätzliche Eignung da war und die drei Tests beim Bundesinstitut gelistet wurden“, erklärt Brüning. Den Verkauf werden nach Brünings Einschätzung viele Apotheken mitmachen. Bei Tests in Apotheken selbst habe es im Vergleich dazu eher Zurückhaltung gegeben. Wegen des hohen Personalaufwandes hätte sich das nicht gelohnt.

Brüning gibt auch zu bedenken, dass es zu Dumping kommen könnte, sobald auch weniger hochwertige Tests in diversen Geschäften zur Verfügung stehen. Für das Angebot in den Apotheken ist er zuversichtlich, auch Markentests für einen Preis zwischen sieben und zehn Euro pro Test anbieten zu können.

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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