Anwohner ärgern sich über maroden Zustand der Kreisstraße in Niederaden

dzMit Video

Die Gläser rappeln im Schrank, wenn der Bus vorbeifährt - und dessen Fahrgäste werden kräftig durchgeschüttelt, wenn es über die Kreisstraße in Lünen-Niederaden geht. Ist ein Ende in Sicht?

Lünen-Niederaden

, 01.10.2020, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geht es nach der Stadt Lünen und der Fachabteilung Straßenbau, dann hat eine Sanierung der Kreisstraße in Lünen-Niederaden keine hohe Priorität. Zum einen sei sie keine Hauptverkehrsstraße, argumentiert Stadtsprecher Benedikt Spangardt. „Darüber hinaus ist das Verkehrsaufkommen dort deutlich geringer als bei anderen Straßen im Lüner Stadtgebiet. Unter anderem deswegen – und weil der Zustand der Kreisstraße noch nicht kritisch bewertet wird – schätzt die Fachabteilung den Sanierungsbedarf an anderen Straßen in Lünen als höher ein.“

Mit Hilfe der Latte wird sichtbar, wie stark sich die Fahrbahnränder im Bereich der Spurrillen abgesenkt haben. Da die Gullys im Bereich des Bordsteins sind, läuft das Wasser an vielen Ställen nicht ab. Es bilden sich Pfützen.

Mit Hilfe der Latte wird sichtbar, wie stark sich die Fahrbahnränder im Bereich der Spurrillen abgesenkt haben. Da die Gullys im Bereich des Bordsteins sind, läuft das Wasser an vielen Ställen nicht ab. Es bilden sich Pfützen. © Stephanie Tatenhorst

Straßen ohne offensichtliche Schäden werden saniert

Eine Aussage, die zumindest ein Anwohner der Kreisstraße nicht nachvollziehen kann: „Die Stadt hat kein Geld, das ist okay“, sagt Anwohner Gerd Garbe. „Aber die Preußenstraße und die Bebelstraße, wo es keine offensichtlichen Schäden gibt, die werden saniert“, ärgert er sich. Und der Zustand der Straße bringt auch viele andere Anwohner auf die Palme.

Jetzt lesen

In einer Facebook-Gruppe schaukelte sich die Diskussion in der vergangenen Woche hoch, da war von klirrenden Gläsern im Schrank die Rede und Möbelstücken, die rappeln und wackeln würden.

An den Übergängen zwischen Pflaster und Asphalt gibt es größere Schäden.

An den Übergängen zwischen Pflaster und Asphalt gibt es größere Schäden. © Stephanie Tatenhorst

Buckelpiste in der 30er-Zone

Bei der Kreisstraße handelt es sich um eine 30er-Zone, doch so schnell fährt hier wohl niemand. Das liegt zum Teil am Ausbau der Straße: Die Gehwege werden durch einen Bordstein von der Straße getrennt, doch auch dann folgt am Rand noch Pflasterung. Asphaltiert ist lediglich ein Streifen in der Mitte.

Video
Straßenschäden auf der Kreisstraße in NIederaden

Ein Großteil der Autofahrer nutzt diesen komplett, wenn er auf der Kreisstraße unterwegs ist, doch wenn Gegenverkehr kommt, rollen zwei Räder über die Pflasterung. Schwere Fahrzeuge wie Busse und auch so mancher Lastwagen rollen per se mit zwei Reifen über das Pflaster, das entsprechende Spurrillen zeigt. Schnell fährt hier daher niemand. Dem eigenen Auto zu liebe.

Die Steine im roten Pflaster lösen sich zum Teil bereits auf.

Die Steine im roten Pflaster lösen sich zum Teil bereits auf. © Stephanie Tatenhorst

Steine bröckeln weg

Durchgängig ist aber auch die Asphaltstrecke nicht. Unterbrochen wird sie von rot gepflasterten Bereichen - und die Steine dort lösen sich zum Teil auf. An den Übergangs-Kanten bröckelt der Asphalt weg. Die eine oder andere Baumaßnahme der Vergangenheit präsentiert sich wie eine schlecht vernarbte Wunde im Straßenbild. An manchen Stellen schlimmer als anderen präsentiert sich die Kreisstraße so als Buckelpiste - und selbst bei Tempo 30 werden höhere Fahrzeuge aufgeschaukelt.

„Das war hier eine ganz große Fehlplanung“, sagt Garbe, denn dass der Straßenkörper dem Verkehr nicht würde standhalten können, sei eigentlich absehbar gewesen. An der Kreisstraße liegen die Grundschule und Sportplatz und als Hauptstraße des Dorfes gehen etliche Straßen in Niederadener Wohngebiete von ihr ab, auch wenn der Durchgangsverkehr auf der Niederadener Straße bleibt.

Im Bereich des Sportplatzes wird der Asphalt bei großer Hitze weich. Mit Splitt wird die Fahrbahn regelmäßig ausgebessert.

Im Bereich des Sportplatzes wird der Asphalt bei großer Hitze weich. Mit Splitt wird die Fahrbahn regelmäßig ausgebessert. © Stephanie Tatenhorst

Splitt als Mittel der Wahl

Im Bereich Grundschule und Sportplatz ist die Straße in einem anderen, aber nicht besseren Zustand. Schlaglöchern und Unebenheiten wurde hier immer wieder mit Splitt zu Leibe gerückt, denn die Straßendecke wird im Sommer bei Hitze weich. „Inliner-Fahren geht hier nicht“, sagt Garbe - entweder man sinkt ein, oder der Splitt macht ein Rollen unmöglich. Fahren Autos darüber, spritzt der Splitt in den Fußgängerbereich. „Hier wird immer nur Flickschusterei betrieben, anstatt es einmal richtig ordentlich zu machen“, ärgert sich Garbe.

Zumal der Straßenbelag nicht nur uneben ist, sondern sich durch den Asphalt auch längst Risse ziehen. Wenn in diese im Winter erst Wasser dringt und das dann durch Frost zu Eis wird, würde die Straße immer weiter zerstört. „Wir können Stand jetzt nicht abschätzen, wann frühestens mit einer Sanierung der Kreisstraße zu rechnen ist“, sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage. Doch einen Hoffnungsschiffer für die Anwohner gibt es vielleicht doch: Spangardt gab weiter bekannt, dass die Fachabteilung Straßenbau die Anfrage unserer Redaktion zum Anlass nahm, um den Zustand der Kreisstraße noch einmal genauer zu prüfen.

Hinweis

Gefahrenstellen melden

  • Bei konkreten Gefahrenstellen können sich Bürgerinnen und Bürger auch immer direkt an ihre Stadtverwaltung wenden, sagt Benedikt Spangardt.
  • Das geht zum Beispiel über die Beschwerde-App oder das Bürgertelefon 02306 104-2020.
  • „Entsprechenden Hinweisen gehen wir dann zeitnah nach“, verspricht Spangardt.
Lesen Sie jetzt