Der Angeklagte wird von Rechtsanwalt Clemens Louis verteidigt. © Martin von Braunschweig
Landgericht Dortmund

Anklage: Mann aus Lünen gab per Chat Anweisungen zum Missbrauch

Ein 33-jähriger Mann aus Lünen soll im März 2019 in Werne einen Jungen sexuell missbraucht haben. Die Vorwürfe in der Anklageschrift sind an Abscheulichkeit kaum zu überbieten.

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Angeklagte spätestens im Frühjahr 2019 in Kontakt mit dem Stiefvater des damals neunjährigen Jungen kam. Über einen Messengerdienst sollen die beiden Männer in der Folgezeit häufig gechattet haben – mit kaum zu ertragenem Inhalt.

Immer wieder soll der Stiefvater den Mann aus Lünen gefragt haben, welche Fotos er denn als nächstes zu Gesicht bekommen möchte. Die mutmaßlichen Antworten des Angeklagten lesen sich wie glasklare Handlungsanweisungen für sexuellen Kindesmissbrauch.

Überschwängliche Kommentare

Unter anderem forderte der 33-Jährige laut Anklage Nacktbilder von dem Erwachsenen und vom Kind. Und kaum wurden diese übersendet, soll er mit Lobpreisungen wie „mega!“, „sehr geil“ oder „grrr, was für ein sauberer Junge“ reagiert haben.

Dem mutmaßlichen Mittäter, dem natürlich auch ein eigenes Strafverfahren ins Haus steht, gingen diese Kommentare offensichtlich runter wie Öl. Und einmal schrieb der Mann wohl auch: „Tja, er macht was man ihm sagt.“

Am 18. März 2019 soll es schließlich auch zu einem realen Treffen der Beteiligten in Werne gekommen sein. Dabei kam es laut Staatsanwalt zu schweren Missbrauchshandlungen des Angeklagten an dem Kind. Der 33-Jährige will sich vorerst nicht äußern.

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