Angeklagter gesteht Vergewaltigung: „Ich wollte sie verletzen“

dzLandgericht Dortmund

Mit drastischen Worten hat ein Vergewaltiger aus Lünen vor dem Dortmunder Landgericht ein Geständnis abgelegt: „Ich war sehr verletzt, deshalb wollte ich sie auch verletzen.“

Lünen

, 25.06.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 24-jährige Angeklagte ist sehr wortgewandt und jetzt - nach mehreren Monaten in der Untersuchungshaft - auch eine gepflegte Erscheinung. Sein Problem ist nur: Seit Jahren ruiniert er seine Gesundheit mit Alkohol und Medikamenten. „Wenn ich mir angucke, wo meine Freunde aus der Schule heute stehen und wo ich stehe, dann muss ich schon sagen, dass ich mein Leben bisher verpfuscht habe“, sagte der am Dienstag den Richtern.

Tat an Heiligabend

In der Nacht auf Heiligabend 2018 hat der junge Mann seinen bisher schwersten Fehler begangen. Weil er sich einredete, seine Freundin würde ihn mit dem Sohn einer Nachbarin betrügen, wollte er die junge Frau bestrafen. Und er tat das auf so hässliche und gemeine Weise, dass ihn dafür nun viele Jahre in Unfreiheit erwarten.

Laut Geständnis würgte und schlug der Lüner seine Freundin und zwang sie schließlich auch noch zu sexuellen Handlungen. „Du hast jetzt nichts mehr zu sagen“, soll er dabei ausgerufen haben. Und: „Ich bin noch lange nicht fertig mit dir.“ Erst nach mehr als vier Stunden war es der Frau damals gelungen, in einem unbeobachteten Moment aus der Wohnung zu flüchten und in ihr Auto zu springen. „Ich bin dann in einen Wald gerannt und habe mich später von einem Taxi nach Dortmund fahren lassen“, erinnerte sich der Angeklagte.

Drogentherapie als letzte Chance?

Die Staatsanwaltschaft will erreichen, dass der Lüner einen Teil seiner zu erwartenden Strafe in einer geschlossenen Therapieeinrichtung verbüßen kann. Denn klar ist: Ohne erfolgreiche Behandlung seiner Suchtproblematik würde er nach seiner Entlassung ganz schnell wieder in alte Verhaltensmuster verfallen. „Wenn ich heute rauskäme, würde es vielleicht ein paar Tage lang gut gehen“, räumte der 24-Jährige freimütig ein. Einen Drogen- und Alkoholentzug samt jahrelanger Therapie bezeichnete er deshalb als „überlebensnotwendig für mich“.

Freundin schrieb erst noch Briefe ins Gefängnis

Seine Ex-Freundin wird ihn auf diesem Weg logischerweise nicht mehr begleiten. Zwar schrieb sie ihm nach seiner Festnahme noch zwei Briefe ins Gefängnis. Seit mehr als drei Monaten herrscht jetzt aber totale Funkstille. „Das ist okay so“, sagte der Angeklagte. Auch wenn er einräumen müsse: „Wir haben uns schon wirklich extrem geliebt.“

Sein Problem neben den Medikamenten sei aber immer auch die Eifersucht gewesen. „In jedem Mann habe ich einen Konkurrenten gesehen“, sagte der Lüner am Dienstag. Das hinderte ihn allerdings nicht daran, seine Partnerin selbst mit deren bester Freundin zu betrügen. „Da habe ich mich aber auch so sehr geschämt, dass ich mich übergeben musste“, so der Angeklagte.

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