Nach Betrug am Geldautomaten: Angeklagter drohte seiner Ex-Freundin, sie zu vergewaltigen

dzAmtsgericht

Eine kurze Beziehung mit schwerwiegenden Folgen landete nun vor dem Richter des Lüner Amtsgerichts. Dem Angeklagten aus Dortmund (33) wurde nicht nur sexuelle Nötigung vorgeworfen.

von Heinrich Höckmann

Lünen

, 02.12.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über Facebook hatten sich eine 28-jährige Lünerin und ein 33-jähriger Dortmunder im November 2018 kennengelernt. Es entwickelte sich eine leidvolle Beziehung, die nicht länger als 2 Monate dauerte. Am Mittwoch (27.11.) wurden die strafrechtlichen Aspekte der Beziehung vor dem Amtsgericht Lünen verhandelt. Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten sexuelle Nötigung, Bedrohung, Körperverletzung und Computerbetrug vor.

Die glücklichen Tage des Paares waren schnell vorbei, der Angeklagte war über alle Maßen eifersüchtig, kontrollierte Chats und Telefonate seiner Freundin, nahm ihr sogar das Handy weg.

Im Zorn soll der Angeklagte die Lünerin auf ein Bett geschmissen, sich auf sie gesetzt und gedroht haben, sie zu vergewaltigen. Mit seinem Handy wollte er das filmen, den Film an Freunde und Verwandte schicken. Dann, so der Angeklagte, hätte sie keinen Mann mehr abbekommen. Zu solchen Szenen soll es drei Mal gekommen sein.

Im Zeugenstand erklärte die Freundin, sie wolle als Jungfrau in eine Ehe gehen, das sei in ihrem Kulturraum so Sitte. Wie es dann zu einem Nacktfoto gekommen sei, fragte die Vorsitzende Richterin, Beatrix Pöppinghaus, das der Freund gedroht hatte an den Schwager der Freundin zu schicken. Man habe auch so Spaß gehabt. Er habe dann heimlich ein Foto gemacht.

Computerbetrug und Freund des Angeklagten

Ein weiterer Vorwurf gegen den Angeklagten war Computerbetrug. Von dem Konto der Freundin waren insgesamt mehr als 7000 Euro an Automaten abgehoben worden. An dieser Stelle kam ein Freund des Angeklagten ins Spiel, der wohl der Drahtzieher bei diesem Betrug sei. Dem Angeklagten selbst wurden lediglich 400 Euro zur Last gelegt. Ein Überwachungsfoto der Bank zeigte den Angeklagten mit seinem Freund am Geldautomaten.

Der Angeklagte leugnete zunächst alle Vorwürfe. Gewalt habe es nicht gegeben und die 400 Euro habe er auf Wunsch seiner Freundin abgehoben, im Übrigen habe es in der Beziehung sehr wohl Geschlechtsverkehr gegeben.

Er sah in den Vorwürfen seiner Freundin eine Retourkutsche. Auf die Frage, warum sie die Beziehung nicht abgebrochen habe antwortete die Frau: „Aus Liebe.“ Eine Kollegin der Frau bestätigte im Zeugenstand die Wutausbrüche des Angeklagten. Sie berichtete auch von Schlägen gegen den Kopf der Freundin durch den Angeklagten.

Schließlich ließ der der Angeklagte durch seinen Verteidiger erklären, dass er die 400 Euro für sich behalten und der Freundin auch gedroht hätte, aber immer noch rechtzeitig von ihr abgelassen hätte. Sexuell nötigen hätte er sie nicht wollen. Das Verfahren wurde daraufhin vorläufig eingestellt gegen Zahlung von 1400 Euro an die Frau. Jetzt werden nun noch die zivilrechtlichen Ansprüche geklärt.

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