An Kapazitätsgrenze: Hospital Lünen nimmt keine Corona-Patienten mehr auf

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Das St.-Marien-Hospital in Lünen nimmt zurzeit keine weiteren Corona-Patienten mehr auf. Die Kapazitäten sind ausgelastet. Corona-Notfälle werden daher in andere Kliniken gebracht.

Lünen

, 05.11.2020, 12:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der Versorgung von Corona-Patienten stößt das St.-Marien-Hospital Lünen, das zum Katholische Klinikum Lünen/Werne gehört, personell an seine Grenzen. Die Kapazitäten seien ausgelastet, teilt Geschäftsführer Axel Weinand auf Anfrage mit. Das bedeutet, dass Notfallpatienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, in andere Krankenhäuser umgeleitet werden.

Das gelte aber nicht für akute Notfälle, wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder akuter Blinddarm. Diese Patienten würden nach wie vor ins St.-Marien-Hospital gebracht und dort versorgt, erklärt Weinand. Allerdings könne man keine intensivpflichtigen Patienten aus anderen Krankenhäusern mehr übernehmen. Die beiden Intensivstationen mit und ohne Beatmungsmöglichkeit seien als ausgelastet gemeldet.

18 Patienten werden (Stand 5.11.) auf der Covid-Intensivstation in Lünen behandelt. Bei acht Patienten ist die Infektion bestätigt, davon müssen fünf beatmet werden. Zehn Patienten warten derzeit noch auf das Ergebnis, davon sind drei beatmet.

In der Klinik am Park im Lüner Stadtteil Brambauer, die zum Klinikum Westfalen gehört, wurden Stand Mittwoch (4.11.) acht bestätigte Fälle behandelt. Zwei dieser Patienten seien auf der Intensivstation und auch beatmet. In der Klinik am Park stehen derzeit sieben normale Betten und drei Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit zur Verfügung.

Covid-Patienten sind pflegeintensiv

Grundsätzlich habe das Marienhospital die räumlichen und technischen Kapazitäten, um 40 Covid-Patienten beatmen zu können. Das Problem sei allerdings fehlendes Personal. „Die personellen Kapazitäten stehen dafür derzeit nicht zur Verfügung, auch weil die intensivmedizinische Behandlung von Covid-Patienten erheblich mehr Personal bindet“, so Weinand. 40 Covid-Patienten dürfte das Krankenhaus zurzeit auch gar nicht behandeln. Denn nach wie vor gelten die Pflegepersonaluntergrenzen. Bundesgesundheitsminister Spahn habe sie nicht wieder außer Kraft gesetzt. „Wir müssten dann Bußgelder zahlen“, schildert Weinand die Situation. Inzwischen würden bereits Pflegekräfte aus anderen Bereichen auf der Intensivstation eingesetzt. Sie verfügten über langjährige Erfahrung, weil sie früher dort einmal tätig gewesen seien.

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In einigen bundesdeutschen Krankenhäusern werden momentan nur noch dringende Eingriffe vorgenommen. Das treffe für das Klinikum Lünen/Werne so nicht zu. Aber Weinand sagt auch: „Wir vermeiden derzeit elektive Eingriffe, die unter Umständen zur Beobachtung auf die Intensivstation müssten.“ Mit elektiven Eingriffen sind planbare oder verschiebbare Operationen oder Therapien gemeint. Des Weiteren sagt Weinand: „Wir bereiten uns aber darauf vor, sämtliche Elektivbehandlungen zu verschieben, um das Personal in den Covid-Bereichen einsetzen zu können.“ Hinzu käme, dass auch Pflegekräfte erkranken könnten.

Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Intensivbetten werde täglich neu bewertet. Dabei spielten auch die vorhandenen Personalkapazitäten und die Entwicklung der Covid-Patienten mit schweren Verläufen eine Rolle.

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