Ampel an der Sedanstraße: Polizei will Rotsünder erwischen

dzVerkehrschaos

Die Polizei hat sich mit einem Anwohner der Sedanstraße getroffen - er hatte sich über massive Probleme an einer roten Ampel beschwert. Gute Nachrichten gibt es vom Baustellenbetreiber.

Lünen

, 03.09.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durchfahrt nur für Linienbusse - eigentlich ist die Botschaft an der Ampel, die die Sedanstraße von der Bebelstraße trennt, eindeutig. Busfahrer können die Ampel per Knopfdruck auf grün stellen, um dann ihre Fahrt fortzusetzen. Für Autos ist die Verbindung, genau wie andere Stichstraßen zu Bebelstraße auch, derzeit gesperrt.

Doch daran halten sich nicht alle, wie Jürgen Gorniak beobachtet hat. Mehrmals hat er die Polizei auf Rotsünder hingewiesen, die zum einen die Ampel nicht beachten und zum anderen gegen das Durchfahrtsverbot verstoßen. „Wenn es nur ein oder zwei gewesen wären, mein Gott - das hätte ich vielleicht noch verstanden“, sagt der Anwohner der Sedanstraße im Gespräch mit unserer Redaktion. „Aber dass es wirklich massenhaft Autos sind, die das alles nicht zu interessieren scheint, schockiert mit schon.“

Ursprünglich hatte er das Ordnungsamt der Stadt Lünen informiert, doch das ist nur für den ruhenden Verkehr zuständig. Die Polizei hatte sich die Situation vor Ort angesehen, konnte aber keinen Defekt an der Ampel feststellen. „Darum ging es mir ja auch gar nicht“, sagt Jürgen Dorniak. Die Anlage funktioniere einwandfrei - nur werde sie konsequent ignoriert.

„Jeder Rotsünder ist einer zuviel“

Daraufhin überprüfte die Polizei noch einmal das Verhalten der Autofahrer. „Wir konnten keine dramatische Situation feststellen“, sagt Polizeisprecher Peter Bandermann, betont aber auch: „Wir nehmen das ernst. Jeder, der eine rote Ampel überfährt, ist einer zuviel.“ Neben Geldstrafen kann eine solche Tat auch zum Entzug der Fahrerlaubnis führen.

Nach dem zweiten Termin mit Jürgen Gorniak versprach die Polizei, sich auf die Lauer zu legen und Rotsünder zu überprüfen. „Aber es muss auch klar sein, dass wir das nicht zwei Tage lang ununterbrochen tun können“, so Peter Bandermann. Zumal die Beamten die Situation nicht so extrem einschätzen, wie Jürgen Gorniak das tut. Der bleibt zwar bei seiner Sichtweise, sagt aber auch: „Vielleicht schreckt es die Leute ja ab, wenn sie merken, dass sie damit nicht davonkommen.“

Peter Bandermann hat zudem noch eine gute Nachricht für Anwohner und Autofahrer auf der Bebelstraße: „Der Baustellenbetreiber hat uns mitgeteilt, dass er schneller fertig wird.“ Das bestätigte am Donnerstagnachmittag (3. September) auch die Stadt: Der Verkehr kann ab Freitag (4. September) wieder fließen.

Aufgrund der Baustellen entlang der Bebelstraße herrscht seit dem 24. August täglich ein Verkehrschaos in Lünen-Süd. Die Umleitungsstrecke führt über die Gahmener Brücke, die nur einspurig befahrbar ist. Ein Abbiegen von oder auf die Bebelstraße über die Stichstraßen ist nicht möglich.

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