Alles bereit im Lükaz - doch die erste Party muss noch warten

dzMit Video

Eigentlich ist das Lükaz einsatzbereit, mehr als ein Jahr nach dem Brand, der im Dezember 2018 während einer Party ausbrach. Bis hier die nächste Party gefeiert werden kann, wird es dauern.

Lünen

, 04.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 300 Gäste feierten am 27. Dezember 2018 im Lüner Kultur- und Aktionszentrum (Lükaz) eine Party. Um 1.27 Uhr ging bei der Feuerwehr Lünen der Alarm ein: Im Keller war ein Feuer ausgebrochen. Die Evakuierung verlief reibungslos, verletzt wurde niemand. Doch das Lükaz schloss auf unbestimmte Zeit - im wahrsten Sinn des Wortes.

Das Jugendzentrum ging im ersten Halbjahr 2019 „auf Tour“ und verlegte seine Angebote zum Beispiel in die Stadt-Insel oder in die Stadtteilbüros. Die ebenfalls im Lükaz beheimatete Musikschule musste auf andere Gebäude ausweichen. Im Januar ging man bei der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) von sechs Monaten aus, im März gab es die vorsichtige Schätzung, dass es im August 2019 wieder Konzerte geben könnte.

„Doch je mehr wir überprüften, desto mehr Schäden kamen ans Licht“, erinnert sich Simone Limena an das erste Halbjahr 2019. Am Ende sollte es ein Jahr und vier Monate dauern, bis das Lükaz wieder nutzbar ist. Rund 750.000 Euro haben die Reparatur und notwendige Renovierungen gekostet. Und dann kam Corona.

So sah es nach dem Brand am 27. Dezember 2018 im Keller des Lükaz aus.

So sah es nach dem Brand am 27. Dezember 2018 im Keller des Lükaz aus. © Goldstein

„Könnten morgen anfangen“

„Eigentlich“, sagt Simone Limena heute, „könnten wir morgen starten. Wir bräuchten vielleicht noch einen Tag, um alles an seinen Platz zu räumen.“ Sie steht im Vorraum des Saals, unter der kreisförmigen Traverse mit Scheinwerfern. Der Raum ist deutlich heller als zuvor - die neue Decke leuchtet weiß, die Lampen sind mit LED-Technik ausgestattet. Das Foyer leuchtet blau. „Da können wir auch andere Farben einstellen“, sagt die ZGL-Frau. „Genau wie in der Decke auch.“

Video
Lükaz nach dem Brand fertig renoviert

Im Keller, wo der Schwelbrand ausgebrochen war, wurden sämtliche Leitungen und Kabel ausgetauscht. Allein die Reinigung der Räume und Schächte habe vier Monate in Anspruch genommen. „Anschließend mussten Fachleute erst einmal den Schaden aufnehmen“, sagt Marco Rensing vom Technischen Gebäudemanagement der ZGL. Schnell sei auch klar geworden, dass die verbaute Technik - das Lükaz stammt aus den 1970er-Jahren - nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprach. „Alles wurde unter neuesten Sicherheitsaspekten umgebaut.“

Mehr als ein Jahr hat es gedauert, alle Schäden zu reparieren.

Mehr als ein Jahr hat es gedauert, alle Schäden zu reparieren. © Claeßen

Wirklich auf die Probe stellen kann man das neue Lükaz noch nicht. Die Corona-Pandemie wird wohl dafür sorgen, dass das noch eine ganze Weile so bleibt. „Wir sind da auf einem sehr dünnen Brett unterwegs“, sagt Thomas Stroscher, Abteilungsleiter Jugend, Hilfen und Förderung bei der Stadt Lünen. Denn Bands und Veranstaltungen müssen weit im Voraus gebucht werden - und dann sei noch nicht geklärt, wer im Fall einer Corona-bedingten Absage haftet. „Vor diesem Hintergrund hatten wir es mit der Renovierung dann plötzlich auch nicht mehr so ganz eilig.“

Rollbarer Spuckschutz und rotes Band

Während das Lükaz weiter auf seine ersten „eigenen“ Veranstaltungen warten muss, kann die Musikschule bereits erste Unterrichtsstunden anbieten. „Wir haben fünf Räume in Betrieb“, sagt Schulleiter Frank Fischer. „Natürlich unter Berücksichtigung aller Hygiene-Vorschriften.“ Dazu gehören beispielsweise ausrollbare Spuckschutz-Wände, die Schüler und Lehrer trennen. Zwischen Stühle und Instrumente-Ständer gespanntes rotes Band sorgt für den nötigen Sicherheitsabstand. „Natürlich werden wir auch weiterhin auf andere Räume außerhalb des Lükaz ausweichen müssen“, sagt Frank Fischer, dessen Büro ebenfalls als provisorischer Unterrichtsraum dient. „Aber das war vor dem Brand ja auch schon so.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Lükaz nach mehr als einem Jahr wieder fertig

Am 27. Dezember 2018 brach im Keller des Lükaz ein Schwelbrand aus. Ein Jahr und vier Monate später ist das Jugendzentrum fertig renoviert.
04.06.2020
/
Die runde Traverse bildet das Zentrum des Lükaz. Sie ist nach dem Brand erhalten geblieben.© Claeßen
Der Thekenbereich wurde modernisiert und aufgehellt.© Claeßen
Die roten Signalhörner sind nun in allen Fluren und größeren Räumen zu finden.© Claeßen
An dieser Stelle brach der Brand im Dezember 2018 aus.© Claeßen
Sämtliche Leitungen und Kabel im Keller wurden erneuert.© Claeßen
Die Musikschule arbeitet mit Spuckschutz und Abstandshaltern.© Claeßen
Aufgrund der Corona-Krise gibt es Lieferschwierigkeiten bei den Schränken - deshalb lagern viele Bücher und Notenblätter nach wie vor in Kartons.© Claeßen
Unverändert: Der große Saal bietet Platz für mehr als 300 Personen. Wann hier wieder Konzerte stattfinden können, ist unklar.© Claeßen

Die VHS ist indes noch nicht zurückgekehrt - im Lükaz fanden bisher nur die Sprachkurse für Flüchtlinge statt, und die sind aufgrund der Corona-Bestimmungen ausgesetzt. „Die VHS müsste entweder die doppelte Menge an Leuten oder an Lehrkräften haben, um das alles stattfinden zu lassen“, weiß Frank Fischer. „Das ist nicht drin.“

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt