Abschluss mit Abstand: So funktioniert das an der Scholl-Gesamtschule

dzCorona-Krise

Party zum Abschluss, Arm in Arm mit Schulfreunden auf dem Abschlussfoto - das geht derzeit nicht. Trotz Corona soll es feierlich werden für die Abschluss-Schüler der Scholl-Gesamtschule.

Lünen

, 08.06.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein echter Spagat für die Lehrer, Schüler und Eltern der Lüner Schulen. Einerseits sollen die Abschluss-Schüler einen feierlichen Abschied von der Schulzeit bekommen. Andererseits müssen die Abstandsregeln wegen Corona beachtet werden.

An der Geschwister-Scholl-Gesamtschule ist man jetzt den ersten Schritt gegangen - bei den traditionellen Abschlussfotos für die Zehntklässler. „Wir schenken unseren Abschluss-Schülern immer kleine Mäppchen mit einem Foto, gesponsert von der Sparkasse,“ so Susanne Oberreuter, didaktische Leiterin der Gesamtschule. Derzeit lernen die Schüler aber nicht klassenweise, sondern in Teilgruppen.

Um die Abschluss-Fotos dennoch zu realisieren, hatten Fotograf und Lehrer eine Idee. Fotografiert wurde mit Drohne. Ein Klassenlehrer klebte farbige Punkte auf den Schulhof, damit sich die Schüler mit dem notwendigen Abstand zueinander aufstellen konnten. Dann wurden sie in kleinen Grüppchen auf den Hof geführt.

Getrübte Stimmung

„Die Stimmung unter den Schülern ist schon ein bisschen getrübt, sie erleben den Schulalltag ganz anders als gewohnt. Im Unterricht, der zentral an der Tafel stattfindet, sitzen sie weit voneinander entfernt. Und statt in Klassengröße in Gruppen von acht bis zwölf Schülern“, schildert Susanne Oberreuter die Situation.

Auch die Abschluss-Feiern für die Zehntklässler und die Abiturienten werden in diesem Jahr ganz anders ablaufen als sonst. Ein Abi-Ball kann nicht stattfinden. Wie immer werden die Zeugnissse in der Aula feierlich übergeben, so die didaktische Leiterin, aber in mehreren aufeinander folgenden Veranstaltungen. Als eine Mini-Feier, vielleicht mit musikalischem Teil und Filmeinspielung. Daran darf dann jeweils eine Gruppe von Schülern mit Eltern teilnehmen. Denn in der Aula können sich mit den entsprechenden Abstandsregeln nur gut 60 Menschen zeitgleich aufhalten. Normalerweise passen 350 Menschen in den Raum des Scharoun-Gebäudes.

Zwar werden jetzt wieder alle Jahrgänge unterrichtet, aber wegen der Corona-Maßnahmen können zeitgleich nur je drei Jahrgangsstufen in der Schule sein. „Dann sind alle Räume belegt und auch alle Lehrer im Einsatz, weil ja nicht klassenweise sondern in Gruppen unterrichtet wird.“

Wie es nach den Sommerferien aussehen wird, ist noch nicht klar. „Es gibt noch keine offiziellen Vorgaben und wir befürchten, dass die erst Ende der Sommerferien kommen werden.“ Vom Vorschlag der Bundes-Bildungsministerin, an allen Schulen Container aufzustellen, damit wieder alle Schüler gleichzeitig unterrichtet werden, hält Susanne Oberreuter nichts: „Die Aussage der Ministerin offenbart eine erschreckende Unkenntnis über die Zuständigkeiten und Verhältnisse vor Ort.“

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