Jule Hake sicherte sich bei den Deutschen Meisterschaften 2020 gleich zwei Titel. © Ute Freise
Profisport in Corona-Zeiten

Abgeschottet im Hotel: Olympia-Hoffnung Jule Hake zum Trainingslager in der Türkei

Während Deutschland im Schnee versank, trainierte Olympia-Hoffnung Jule Hake zuletzt drei Wochen abgeschottet in einem Hotel in der Türkei. Für die junge Profisportlerin ein absolutes Privileg.

Hinter Jule Hake liegt ein Jahr mit etlichen Höhen und Tiefen. So musste die 21-jährige Kanutin zunächst verkraften, dass sich der große Traum, die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio, aufgrund der Corona-Pandemie vorerst in Luft auflöste. Doch die Krise hinderte die Olfenerin nicht daran, stattdessen im August gleich zwei Titel bei der Deutschen Meisterschaft einzufahren.

Trotz, oder gerade wegen der jüngsten Erfolge, fiebert das junge Nachwuchstalent nach wie vor den Olympischen Spielen entgegen, die nach der Absage im vergangenen Jahr nun in diesem Sommer stattfinden sollen. Dafür trainiert die 21-Jährige täglich und war zuletzt nun sogar drei Wochen im Trainingslager in der Türkei – unter sehr besonderen Umständen.

In Deutschland wäre Training unmöglich gewesen

„Wir waren im November auch schon einmal dort. Das Ganze kann natürlich nur unter strengen Hygiene-Maßnahmen stattfinden und deshalb ist uns bewusst, dass wir absolut privilegiert sind“, erklärt Hake, die für den KSC Lünen startet. Mit einem Tross von knapp 45 Personen sei die Trainingsgruppe Ende Januar in die Türkei aufgebrochen. Ein Zeitfenster, das sich im Nachhinein als äußerst günstig erweisen sollte.

„In der Zeit, wo wir hier aufgrund des Schnees kaum hätten trainieren können, waren wir in der Türkei und hatten beste Bedingungen. Deshalb war das Trainingslager auf jeden Fall sehr hilfreich“, so die 21-Jährige. Und das, obwohl man sich in der Hotelanlage nur sehr begrenzt habe bewegen können.

So habe man das Hotel nicht verlassen dürfen, musste in separaten Räumen essen und hatte zudem auch keinen Kontakt zu anderen Gästen. „Wir haben zwar mitbekommen, dass unter anderem auch Sportler aus der Ukraine und Russland da waren, aber mehr auch nicht. Wenn jemand gegen die Hygiene-Regeln verstoßen hätte, hätte er oder sie sofort die Rückreise antreten und die Kosten dafür selber tragen müssen“, betont Hake.

Obwohl Olympia nicht stattfinden konnte, hatte Jule Hake mit den DM-Titeln im vergangenen Jahr trotzdem etwas zu feiern.
Obwohl Olympia nicht stattfinden konnte, hatte Jule Hake mit den DM-Titeln im vergangenen Jahr trotzdem etwas zu feiern. © Ute Freise © Ute Freise

Neben den strikten Verhaltensregeln sei die Trainingsgruppe zudem regelmäßig auf eine mögliche Corona-Infektion hin getestet worden. Sowohl vor der Einreise in die Türkei als auch während des Aufenthalts und unmittelbar vor dem Abflug sei ein Abstrich entnommen worden.

Fokus auf Olympia-Teilnahme

Von Erholung oder gar Urlaub war der Aufenthalt in der Türkei demzufolge meilenweit entfernt. Beinahe täglich war für die zweimalige Deutsche Meisterin Training angesetzt. Bis zu vier Einheiten pro Tag galt es zu bewältigen. Ein strammes Pensum.

Das hat einen einfachen Hintergrund: „Solange die Olympischen Spiele noch nicht abgesagt sind, liegt der Fokus vollkommen auf Tokio. Das ist auch eine Frage der Einstellung und ich werde mich erst mit einer möglichen weiteren Olympia-Absage auseinandersetzen, wenn es wirklich so weit kommt“, betont die Olfenerin.

Bis zur Teilnahme am großen Traum stehen für Hake allerdings erst einmal noch einige Trainingseinheiten und vor allem Qualifikationsrennen auf dem Programm – und womöglich ein wenig Erholung vom Trainingslager. Das allerdings auch hierzulande dann mit wieder deutlichem besseren Wetter.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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