Ursula Meintrup erhielt schon die erste Impfung gegen das Coronavirus. Und ist vom Ablauf im Impfzentrum ganz begeistert. © Horst Riehl
Impfzentrum

85-jährige Lünerin erzählt von ihrer Corona-Impfung: „Meckern kann jeder“

Ursula Meintrup hat ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten - und ist begeistert. Dabei war sie zunächst völlig aufgeregt gewesen - und fühlte sich zu Beginn wie in einem James-Bond-Film.

Ursula Meintrup wird im nächsten Monat 85 Jahre alt. Das Thema Corona beschäftigt sie und ihre Familie schon sehr. „Ich bin nochmal Uroma von Zwillingen geworden, aber die Kleinen habe ich erst einmal gesehen“, erzählt sie bedauernd. Die Möglichkeit der Impfung, um wieder mehr Lebensfreiheit bekommen zu können, war für sie daher mehr als nur interessant.

„Das Thema beschäftigt ja selbst die Kleinsten“, sagt Ursula Meintrup und berichtet von der Erkenntnis eines etwas größeren Urenkels.

„Der hat irgendwie aufgeschnappt, dass es Mutationen gibt und wollte wissen, was das ist“, erzählt die Uroma. Nachdem die Eltern ihm das kindgerecht erklärt hatten, hätte der Knirps voller Entrüstung gesagt: „Jetzt bringt Corona auch noch seine Kumpels mit?“

Als daher am 25. Januar die Anmeldung zum Impfen möglich war, wollte Ursula Meintrup mit Hilfe ihrer jüngsten Tochter einen Termin dafür bekommen. „Per Computer kam meine Tochter aber nicht durch. Irgendwann rief dann der Schwiegersohn an und sagte, ich solle es selbst per Telefon versuchen.“ Doch auch sie bekam nur Bandansagen zu hören. Am Abend hatte die Tochter dann aber über das Internet Erfolg und Ursula Meintrup bekam für Samstag, 13. Februar, einen Termin.

Mit Unterlagen ausgerüstet nach Unna

Vorab gab es die Information, dass der Impfausweis mitgebracht werden sollte, und weitere Dinge wie Ausweis und Krankenkassenkarte. „Meine Tochter wusste von irgendwoher, dass es auch um Allergien gehen würde.“ Und mit allen Unterlagen ausgerüstet machte sich Ursula Meintrup mit Tochter und Schwiegersohn auf den Weg nach Unna.

„Mein Schwiegersohn ließ uns raus, suchte einen Parkplatz und meine Tochter und ich gingen rein. Wir waren etwa 20 Minuten zu früh.“ Doch das, so schildert sie, sei überhaupt kein Problem gewesen. „Aber ich wusste ja gar nicht, was da auf mich zukommen würde“, sagt Ursula Meintrup. Sie war nervös.

Gegen viele Dinge bereits geimpft

„Ich hab jede Grippeimpfe bekommen“, schildert sie – und der Impfausweis erinnerte sie daran, dass sie für ihre Afrika-Reise zur Silberhochzeit auch gegen Gelbfieber und Malaria geimpft worden war. Die Narben am Oberarm zeugen davon, dass sie einer Generation angehört, die auch gegen Pocken geimpft wurde.

„Aber da war ich ein Kind. Ein Kriegskind. Da war so viel los. An diese Impfung kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich Angst davor hatte.“

Wie nun das Prozedere bei der Corona-Schutz-Impfung im Impfzentrum sein würde, das wusste Ursula Meintrup auch nicht, und war daher nervös. „Aber das lief so prima. Wir wurden empfangen, mein Name wurde auf einer Liste abgestrichen. Und dann fühlte ich mich wie in einem James-Bond-Film“, sagt sie lachend. „Man setzte mir eine Pistole auf die Stirn.“ Fieber messen. „Früher hat man das unterm Arm oder im Mund gemacht“, erinnert sie sich lachend.

Begleitpersonen können mit durch die Impfstraße

Auf zwei Stühlen mussten Mutter und Tochter dann Platz nehmen. „Das war schon toll, dass da auch an Begleitpersonen gedacht wurde“, lobt die Seniorin. Als alle Ausweise kontrolliert und alle Vorgespräche geklärt waren, „ging es für uns ein Häuschen weiter – und da war ein sehr netter Doktor“, schildert Ursula Meintrup. „Der fragte, ob ich inzwischen aufgeklärt worden sei, ob ich über alles Bescheid wüsste oder noch Fragen hätte.“ Einzig eine Frage beschäftigte die Tochter: „Hat man nach der ersten Impfung schon Sicherheit?“ Doch die, so habe der Arzt erklärt, gäbe es erst nach der zweiten Dosis.

„Wie die sich gekümmert haben und welchen Service die geboten haben, das war schon toll. Und es war so nette, freundliche Hilfe“, lobt die alte Dame. „Die Spritze hab ich dann so gut wie gar nicht gemerkt.“ Nur weil sie Blutverdünner einnimmt, musste sie etwas länger auf die Impfstelle drücken als andere.

Im Wartebereich ging alles glatt

„In der anderen Hälfte der Halle war dann ein Wartebereich eingerichtet. Dort haben wir dann noch warten müssen. Ich hab mit meinem lauten Mundwerk dann gesagt, das wäre die Prüfung, ob ich kollabiere.“ Doch nichts dergleichen passierte. Ursula Meintrup bekam weder Kopfschmerzen noch geschwollene Lymphknoten, wie es auch bei der normalen Grippeimpfe schon passiert sei. „Es war nur ein leichtes Ziehen an der Einstichstelle.“

Ich bin mit gemischten Gefühlen da rein“, gibt Ursula Meintrup zu. „Aber draußen war alles gut. Die Leute dort sind nett, herzlich und hilfsbereit. Das muss man auch mal loben. Meckern kann schließlich jeder.“

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