65-Jährige verblutet - Ehemann wegen Unterlassung in Haft

LÜNEN Drama um ein alkoholisiertes Ehepaar: Bereits am Dienstagnachmittag stürzte eine 65-jährige Frau unglücklich in den Glaseinsatz ihrer Wohnungseingangstür und zog sich erhebliche Schnittverletzungen zu. Sie verblutete. Gegen ihren 71-jährigen Ehemann erging ein Haftbefehl wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen.

24.07.2008, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
65-Jährige verblutet - Ehemann wegen Unterlassung in Haft

Ein Bekannter des Paares fand die Tote am Mittwochvormittag gegen 10.30 Uhr und verständigte die Polizei. Nach dem Ergebnis der Mittwochabend im rechtsmedizinischen Institut der Stadt Dortmund durchgeführten Obduktion war die 65-Jährige verblutet. Es könne, so Polizei und Staatsanwaltschaft, allerdings nicht sicher festgestellt werden, ob die Frau bei unverzüglicher Verständigung der Rettungskräfte überlebt hätte. Deshalb, so Staatsanwältin Carola Jakobs, werde auch wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen ermittelt. Hier gehe es, so Carola Jakobs, um die so genannte Garantenpflicht. Danach ist man bei seinen Angehörigen gesetzlich besonders verpflichtet, zu helfen, wenn eine Notlage vorliegt.  

  Der Beschuldigte erklärte, er habe zwar wahrgenommen, dass seine Frau gestürzt sei und auf dem Boden lag, er habe sich aber nichts dabei gedacht. Die Ermittlungen im Umfeld dauern an. Auch die Alkoholwerte bei dem Ehepaar werden noch geklärt.

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