Trockenheit und Schädlinge setzen den Bäumen in Lünen immer mehr zu - so wie der Kastanie, die im April 2020 umstürzte. © Stadt Lünen
Umweltpolitik

300 sind nicht genug: Grüne und GFL wollen noch mehr Bäume in Lünen

Die Abteilung Stadtgrün möchte zur Bestandssicherung der Straßenbäume zusätzlich 100 Gehölze jährlich pflanzen. Grünen und GFL ist das zu wenig, SPD und CDU mahnen hingegen Sparsamkeit an.

Jedes Jahr plant die Abteilung Stadtgrün die Pflanzung von 200 Bäumen im Stadtgebiet. Dadurch soll nicht nur der öffentliche Raum ansprechender gestaltet, sondern auch die Stadtökologie deutlich verbessert werden. Im Rahmen der Erörterung für die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Klima und Mobilität (UKM) diskutierte die Politik den Vorstoß, 100 Bäume zusätzlich pro Jahr zu pflanzen. Die zusätzlichen Kosten dafür belaufen sich laut Verwaltung auf rund 101.000 Euro. Insgesamt würde Stadtgrün dann rund 222.000 Euro für neue Bäume in Lünen ausgeben.

Grund für diesen Vorschlag war die Tatsache, dass die bisherige Leistung von 200 neuen Bäumen pro Jahr bei der aktuellen Trockenheit nicht mehr ausreichend sei: „Betrug der Gesamtverlust im Bestand trotz der 200 Nachpflanzungen 2018 noch circa 50 Bäume, so lag er 2019 bereits bei 80 Bäumen und 2020 bei (Stand Oktober) bei 280 Bäumen“, heißt es in der Vorlage. „Bisher ist daher über drei Jahre ein trockenheitsbedingter Verlust von 410 Bäumen festzustellen.“

Also sollen künftig 300 neue Bäume pro Jahr her. Den Grünen war das zu wenig. Sie schlugen vor, statt 100 besser 300 zusätzliche Bäume pro Jahr zu pflanzen. Die Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Lünen“ (GFL) ging sogar nicht weiter: „Wir schlagen vor, 400 Bäume zusätzlich zu pflanzen, und zudem weitere 500 Euro pro bereits existierendem Baum für dessen Pflege“, fasste Dr. Johannes Hofnagel die Position der Unabhängigen zusammen.

„Wir wissen, dass wir nicht einfach so Geld raushauen können“

Die Große Kooperation aus SPD und CDU sah hingegen keine Notwendigkeit, das Pflanzkontingent über das von der Verwaltung vorgeschlagene Maß hinaus zu erweitern. „Wir brauchen hier doch kein Wettbieten“, kommentierte Christdemokrat Günther Koch die Debatte. „Wenn Geld da wäre, sollte man das lieber direkt in die Abteilung Stadtgrün stecken.“ Klaus Lamczyk (SPD) fragte sich, was die anderen Fraktionen in ihren Haushaltsberatungen so getan hätten. „Wir haben uns damit auseinandergesetzt und wissen, dass wir nicht so einfach Geld raushauen können.“

Wenn es jedoch mehr Bäume und damit mehr Geld gegen soll, müsse dies zwingend von der Politik beschlossen werden, erklärte der Technische Beigeordnete Arnold Reeker. Wobei an diesem ohnehin keine Entscheidung getroffen werden konnte: Im Gegensatz zur Präsenzsitzung konnte die Vorsitzende Tessa Schächter (Grüne) kein Votum, sondern nur ein Stimmungsbild einholen, was dank SPD und CDU eindeutig zugunsten der Verwaltungsvorlage ausfiel. Johannes Hofnagel kündigte dennoch an, dass die GFL einen Zusatzantrag stellen werde. Dieser würde dann spätestens am 11. März, wenn der Stadtrat zu einer Präsenzsitzung zusammenkommt, behandelt werden.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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