30 Jahre Holzwürmer: Hobby-Bastler sammeln Tausende Euro ein

dzSelbstgebautes aus Brambauer

Aus einer Bastelidee wurde eine feste Werkstatt-Gemeinschaft für den guten Zweck: Die Holzwürmer Brambauer feiern ihren 30. Geburtstag. Doch Corona macht auch den Holzwürmern das Leben schwerer.

Brambauer

, 04.08.2020, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Holzwürmer sind nicht schädlich. Zumindest nicht, wenn damit die Hobbybastler der „Holzwürmer Brambauer“ gemeint sind - eine Untergruppe der Kolpingfamilie Brambauer, die nur Gutes im Sinn hat. Seit 30 Jahren werkeln die Mitglieder für den guten Zweck.

Angefangen hat alles in einer Hinterhofwerkstatt der Brambauer Schreinerei Möller im September 1990. Nach einer kurzzeitigen Zwischenlösung im Herz-Jesu-Jugendheim, ist seit 25 Jahren der Keller der Herz-Jesu-Kirche die Werkstatt für selbst hergestelltes Holzspielzeug.

Einfach drauf los gebastelt

„Als wir uns erstmals trafen, hatten wir alle keine Fachkenntnisse. Lediglich die Idee zu Basteln“, erinnert sich Rolf Hövener, der die Gruppe vor drei Jahrzehnten mit gegründet hat. Der Name Holzwürmer sei eigentlich Zufall gewesen. „Aber da wir uns mit Holzarbeiten beziehungsweise mit der Produktion beschäftigten, lag die Namensgebung doch eigentlich auf der Hand“, sagt Rolf Hövener.

In den Anfangsjahren bauten die Holzwürmer erst einmal individuelle Holzspielzeuge für den Basars der Frauengemeinschaften von St. Barbara und Herz-Jesu-Brambauer. Später, als die Nachfrage stieg und nach erfolgreicher Mundpropaganda, erhöhten die ehrenamtlichen Bastler nicht nur die Stückzahl sondern erweiterten auch die Produktpalette.

Spielzeug und Weihnachtsdeko im Sortiment

„Nach unserem traditionellen Holzspielzeug kamen im Laufe der letzten Jahre Oster- und Weihnachtsartikel dazu“, erzählt Heidrun Quernheim. Den Bekanntheitsgrad der Holzwürmer steigerte von Jahr zu Jahr auch die Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt bei Ida Elmenhorst, während Veranstaltungen der Bramis und der Verkaufstand bei Rewe Tober in Brambauer, freut sich Heidrun Quernheim.

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Osterhasen, Osternester, Holztulpen, Nikoläuse, Weihnachtsmänner, Engel, Elche, beleuchtete Kerzen, Lkws, eine Eisenbahn oder eine Puppenwiege: In den jeweiligen Holzprodukten steckt nicht nur viel Leidenschaft sondern auch eine Menge Arbeit. Denn freitags zwischen 17 und 20 Uhr geht es im Werkkeller unterhalb des Brambauer Gotteshauses mächtig zu Sache.

Dem sechsköpfigen Team, bestehend aus Heidrun Quernheim, Andrea Mesteck, Rolf, Hövener, Karl Brüggemann, Alexander Fischer und Hubert Hees stehen mehrere Sägen, eine Bohrmaschine, eine Drechselbank sowie ein Hobel für die Grobarbeiten zur Verfügung. Für die Feinheiten und filigrane Schnitzereien ist Fingerfertigkeit und ein geschultes Auge unabdingbar.

Die Holzwürmer, eine Untergruppe der Kolpingfamilie Brambauer, feiern in diesem Jahr das 30-jährige Bestehen. Zum aktuellen Team gehören (v.l.) Hubert Hees, Rolf Hövener, Andrea Mesteck, Karl Brüggemann, Heidrun Quernheim und Alexander Fischer.

Die Holzwürmer, eine Untergruppe der Kolpingfamilie Brambauer, feiern in diesem Jahr das 30-jährige Bestehen. Zum aktuellen Team gehören (v.l.) Hubert Hees, Rolf Hövener, Andrea Mesteck, Karl Brüggemann, Heidrun Quernheim und Alexander Fischer. © Michael Blandowski

Dank der regen Nachfrage konnten die Holzwürmer in der Vergangenheit auch einige internationale Projekte finanziell mit anschieben. Gelder für die Mexikohilfe vom Kolpingwerk Diözeseverband Paderborn für Kaffee- und Landbauern oder eine Finanzspritze für den Zisternenbau in Brasilien über Kolpinginternational Köln sind nur ein paar Beispiele. „In den letzten drei Jahrzehnten unseres Bestehens konnten wir insgesamt eine hohe fünfstellige Eurosumme an Spenden sammeln. Das stimmt mich sehr stolz“, sagt Rolf Hövener.

Besuch bei der Produktion möglich

Aufgrund der aktuellen Corona-Einschränkungen ist es auch den Holzwürmern unmöglich, in Brambauer Präsenz zu zeigen. Deshalb kann jeder interessierte Kunde zu den Arbeitszeiten der Holzwürmer auf eine Stippvisite vorbeischauen und auch ein oder mehrere Produkte erwerben. Einzelne Ausstellungsstücke können auf Anfrage im Jugendheim von Herz-Jesu-Brambauer begutachtet werden.

Neben den mittlerweile verstorbenen Gründungsmitgliedern Harry Mesteck, Heinrich Degenhardt, Werner Schriegel, Hans Hörnlein, Schreinermeister Fritz Möller, Tischler Edwin Strycharczyk sind mit Rolf Hövener und Karl Brüggemann lediglich nur noch zwei „Männer der ersten Stunde“ dabei.

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