Die St. Norbert-Kirche in Nordlünen mit ihrem besonderen Zeltdach steht nun unter Denkmalschutz. © Foto Goldstein
Kirchengemeinde St. Marien

St. Norbert-Kirche steht unter Denkmalschutz: Freude nicht ungetrübt

Die St. Norbert-Kirche in Nordlünen steht auf der Denkmalliste. Eine Ehrung für ein ungewöhnliches Gotteshaus. Pfarrer Michael Mombauer sieht jedoch zwei Seiten der Medaille.

In der offiziellen Denkmalliste stehen jetzt zwei der vier Kirchen der St. Marien-Gemeinde – die St. Marien-Kirche in Lünen-Mitte und die St. Norbert-Kirche in Nordlünen. Während der über 100 Jahre alte Bau der Wallfahrtskirche St. Marien schon seit 1987 ein Denkmal ist, kam der Bescheid für St. Norbert am 4. September 2020.

Einerseits freut sich Pfarrer Michael Mombauer über diese Auszeichnung der Kirche mit dem auffälligen Zeltdach. „Das ist natürlich ein Zeichen der Wertschätzung, auch für diejenigen, die die Kirche 1967 gebaut haben.“ Andererseits bringt die Einordnung als Baudenkmal auch mit sich, dass vieles nicht einfacher wird.

Nichts darf verändert werden

Bei Renovierungsarbeiten müssen die Denkmalvorschriften beachtet werden. „Natürlich kann man im Einzelfall über das ein oder andere mit dem Denkmalamt diskutieren, aber eigentlich bedeutet die Einordnung als Denkmal, dass nichts verändert werden darf“, so Mombauer.

Selbst wenn es nur um einen Anstrich der Eingangstür geht, müssen die Denkmal-Richtlinien nun beachtet werden. St. Norbert ist die jüngste der vier Kirchen, die zu St. Marien gehören. Neben ihr und der St. Marien-Kirche sind es noch St. Ludger und St. Gottfried. Diese Kirchen stehen nicht unter Denkmalschutz.

Dass die besondere Architektur von St. Norbert als Denkmal gewürdigt wurde, versteht Mombauer gut: „Es ist ein schöner Bau, der auch viele Möglichkeiten für die Gestaltung von Gottesdiensten bietet. Mit dem Zeltdach und ohne störende Säulen“, sagt der Pfarrer, der vor zwei Jahren nach Lünen kam.

Die eingerüstete Orgel in der Kirche St. Norbert - das war die bislang letzte Renovierung in dem Gotteshaus in Nordlünen.
Die eingerüstete Orgel in der Kirche St. Norbert – das war die bislang letzte Renovierung in dem Gotteshaus in Nordlünen. © Beate Rottgardt (Archiv) © Beate Rottgardt (Archiv)

Das bisher letzte Renovierungsprojekt war vor einigen Jahren die Orgelrenovierung in St. Norbert. Bei einem 53 Jahre alten Gebäude wird in nächster Zeit wohl noch das ein oder andere anfallen. Momentan kostet alleine der Unterhalt der Kirche die Gemeinde jährlich 30.000 Euro – ohne Reparaturen und Erneuerungsmaßnahmen.

Die Initiative, die St. Norbert-Kirche als Denkmal einzustufen, ging von der Denkmalbehörde aus. Mombauer: „Die Denkmalschützer schauen gerade vor dem Hintergrund von Fusionen, die manchmal auch die Aufgabe von Kirchen und Gemeindehäusern bedeutet, genau hin.“

Neue Bedürfnisse

In der St. Ludger-Kirche wurden die Räumlichkeiten verändert, angepasst an die aktuellen Bedürfnisse der Gemeinde. „So etwas wäre jetzt in St. Norbert aufgrund der Denkmalschutz-Richtlinien nicht mehr möglich“, sagt Mombauer.

Liturgische Räume zu verändern ist eine Maßnahme, um sich den Bedürfnissen der Menschen anzupassen, die heute anders seien als in den 70er-Jahren, als die Kirche ganz neu war. Es habe in der Gemeinde durchaus schon Überlegungen für eine Neugestaltung gegeben, auch weil es wirtschaftlich für Kirchengemeinden nicht einfacher werde.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
Zur Autorenseite
Beate Rottgardt

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.